01.02.2012

Pressemitteilung Madenfreie Süßkirschen ohne Pflanzenschutz

„Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere“, sang einst Peter Alexander. Er meinte die Süßkirsche, deren besten Früchte oft unerreichbar an den äußersten Zweigen hängen. Die Größe der Bäume ist es auch, die Gartenbesitzer davor zurückschrecken lässt, Süßkirschen zu pflanzen, trotz ihres hervorragenden Geschmacks und des gesundheitlichen Wertes. Hinzu kommt noch das leidige Madenproblem. Aber es gibt Abhilfe.

Mit schwach wachsenden Unterlagen wie GiSelA 5 lassen sich heute auch Süßkirschen auf einer Wuchshöhe von 4 m begrenzen. Der Gartenbesitzer muss nur darauf achten, den Baum immer wieder einmal auszulichten und ihn in Trockenperioden mit Wasser zu versorgen. Auch das Klima setzt keine engen Grenzen. Wintertemperaturen bis -25°C hält der Baum gut aus. Eher können ihm Blütenfröste und feuchtes Wetter während der Blüte zu schaffen machen.

Die beste Methode, madenfreie Kirschen zu ernten, besteht in der Wahl der Sorte. Das breite Spektrum der Süßkirschensorten wird nach der Reifezeit in Kirschenwochen aufgeteilt. Dieser Zeitraum erstreckt sich über insgesamt 12 Wochen. Je nach Klima reift eine Sorte der ersten Kirschenwochen zwischen Mitte Juni und Anfang Juli. Die Kirschfruchtfliege, die für die Made in der Kirsche verantwortlich ist, beginnt mit ihrer Eiablage aber erst in der 3. bis 4. Kirschenwoche. Frühe Sorten sind daher kaum gefährdet und bleiben meist madenfrei, ganz ohne Pflanzenschutz. Die bekanntesten Frühsorten sind „Burlat“ „Frühe Rote Meckenheimer“ „Kassins Frühe“ „Magda“ und „Valeska“.

Bei Süßkirschen ist ein weiterer Faktor zu beachten: Es gibt nur wenige Sorten, die ohne geeigneten Befruchter im Umkreis von 100 m nennenswerte Ernten bringen. Gute Befruchtersorten sind „Hedelfinger“ und „Schneiders späte Knorpel“.

„Stella“, „Lapius“ und „Sunburst“ sind selbstfruchtbare Sorten. Allerdings reifen diese nicht vor der 6. Kirschenwoche und sind daher anfällig für die Kirschfruchtfliege. Zwar fangen Gelbtafeln, mit Leim bestrichen und während der Reifezeit in den Baum gehängt, einige Kirschfruchtfliegen weg, aber selten genug, um weitgehend madenfreie Früchte zu ernten. Besser ist es in diesem Fall, den Baum ab Gelbwerden der Früchte mit einem Fliegenschutznetz einzupacken. Auch hier kommt dann der niedrige Wuchs dem Kirschenfreund entgegen.

Bei Sauerkirschen besteht das Madenproblem von vorneherein nicht. Hier ist die Spitzendürre, hervorgerufen von dem Monilia-Pilz, das Hauptproblem. Unter den selbstfruchtbaren Sorten gibt es mittlerweile eine große Auswahl weitgehend resistenter Sorten. Die bekannte Sorte „Schattenmorelle“ gehört hier nicht dazu. Besser sind „Ludwigs Frühe“ (farbloser Saft) oder „Morellenfeuer“ (dunkelroter Saft).

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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