01.06.2011

Pressemitteilung Kirschen werden zu früh rot und fallen ab

Schon Ende Mai färben sich manchmal die noch nicht ausgewachsenen, etwa erbsengroßen Kirschen rot. Sie trocknen ein und fallen vorzeitig ab. Der Obstbauer nennt dieses Phänomen „Röteln“. Da es nicht durch einen Schaderreger hervorgerufen wird, gibt es auch keine Bekämpfungsmöglichkeit.

Man kann das „Röteln“ auch mit dem Junifall beim Kernost vergleichen. Der Baum stößt einen Teil der Früchte ab, was vor allem in Jahren mit viel Behang erwünscht ist, da die verbleibenden Früchte größer werden und der Baum sich nicht erschöpft. Etwaige kleine Fraß- oder Saugstellen an den Früchten sind nicht die Ursache dieser Erscheinung. Die wirklichen Gründe des Rötelns sind bis heute noch nicht bekannt und scheinen auf einer physiologischen Störung der Fruchtentwicklung zu beruhen.

Wird eine Kirschblüte nicht oder nur unzureichend befruchtet, so fallen schon die kleinen, grünen Früchte ab. Die rötelnden Früchte dagegen sind befruchtet, aber der Embryo in ihnen ist abgestorben. Oftmals wird als Grund für diesen Fruchtfall eine mangelnde Stickstoffversorgung der Pflanze festgestellt. Aber Auch Trockenheit in der zweiten Maihälfte bis Anfang Juni, wie wir sie heuer zu verzeichnen haben, führt zu einem verstärkten Röteln, da den Wurzeln in dieser Zeit nicht genügend Wasser und Nährsalze aus dem Boden zur Verfügung stehen. Einen entscheidenden Einfluss auf das Röteln hat die Witterung nach der Blüte. Sehr kühles Wetter (Kein Frost) führt zu einem vermehrten Fruchtfall. Außerdem zeigen ältere Bäume ein stärkeres Röteln als junge oder verjüngte Pflanzen.

Ganz wird man das Röteln nie verhindern können, doch eine gute Nähestoffversorgung des Baumes sollte gewährleistet sein. Eine Bodenuntersuchung kann Aufschluss vor allem darüber geben, ob Bormangel als Grund für das Röteln vorliegt. Das Düngen mit Borax kann hier Abhilfe schaffen. Eine weitere Maßnahme besteht darin, triebschwache Bäume durch einen starken Rückschnitt zu verjüngen oder gleich einen jungen Baum zu pflanzen. In der kritischen Zeit um den Monatswechsel Mai-Juni sollte zusätzlich auf eine gute Wasserversorgung geachtet werden.

Ein weiterer Grund für das Abfallen der kleinen Früchte kann eine schlechte Befruchtung sein. Kirschen können sich nicht selbst befruchten. Die wenigen selbsfruchtbaren Sorten lassen wir hier einmal außen vor. Es besteht ebenfalls eine sogenannte Intersterilität, das heißt, es können sich nur bestimmte Kirschsorten gegeneinander befruchten. Für den Hausgarten bedeutet dies, dass im Umkreis von etwa 100 bis 200 Meter weitere Kirschbäume stehen sollten um eine ausreichende Befruchtung zu gewährleisten. Ist dies nicht der Fall, so können zur Blütezeit ein bis zwei blühende Wildkirschzweige, die in den Baum gehängt werden, Wunder wirken.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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