01.05.2015

Pressemitteilung Flechten sind nur bedingt schädlich für Bäume und Sträucher

Am Anfang sind es nur kleinere Flecken, die aber immer größer werden. Sie überziehen Baumrinden, Holzzäune, Steine und Betonpflaster. Ihre Farben können gelb oder orange leuchten, aber auch braun, olivgrün oder grau gefärbt sein. Die Ursache sind Flechten. Nach Beobachtung vieler Gartenfeunde werden sie immer mehr und sie stellen sich die Frage nach ihrer Bekämpfung.

Doch Flechten auf Bäume und Sträucher sind zunächst harmlos. Für sie sind die Gehölze nichts anderes als eine Unterlage, auf welcher sie haften. Sie dringen nicht in die Rinde ein, zerstören sie nicht und entziehen auch keine Säfte und Nährstoffe.

Flechten stellen gleichsam ein Doppellebewesen dar und sind somit eine Besonderheit in der Botanik. Sie bestehen aus Pilzen und Algen oder Bakterien, wobei der Pilz den Hauptteil einer Flechte darstellt. Er bietet der Alge oder der Bakterie Schutz vor äußeren Einflüssen. Dafür erwirtschaften diese Kohlehydrate und ernähren damit das Gesamtsystem. Dieses fein austarierte Gleichgewicht zwischen den beiden Partnern ermöglicht den Flechten das Vordringen in Lebensräume, die sie als Einzellebewesen nicht besiedeln könnten, so zum Beispiel Wüsten, Hochgebirge oder eben auch Bäume bis in die äußersten Spitzen.

Obwohl Flechten als harmlos gelten, besteht im Einzelfall doch Handlungsbedarf, wenn sie sich so stark ausbreiten, dass sie Knospen überwuchern und diese am Austreiben hindern. Dabei ist zunächst Ursache und Wirkung zu unterscheiden: Flechten brauchen einen „ruhigen“ Untergrund und eine gewisse Luftfeuchte, da sie Nährstoffe und Wasser direkt aus der Luft aufnehmen. Daher findet man sie auch gerne u.a. auf Mauern und Wegplatten, an der Wetterseite und im Schatten. Auch feuchte Lagen mit Nebel begünstigt sie. An wüchsigen und gut ausgelichteten Bäume sowie an Sträuchern auf windigen Standorten findet man sie dagegen seltener.
So steht am Anfang häufig ein Gehölz, dessen Wüchsigkeit nachgelassen oder eine Hecke, die im Innern durch Lichtmangel abgestorbene Zweige hat. Auf den toten Ästen und Zweigen bzw. auf solchen, die kaum noch wachsen, siedeln sich die Flechten an, die sich dann unter günstigen Bedingungen (genügend hohe Luftfechte, milde Temperaturen) stark vermehren. Dabei kann es vorkommen, dass Knospen des ohnehin schwachen Austriebs überwuchert werden, nicht mehr austreiben können und dann absterben.

Daher ist die erste Maßnahme, die Ursache des geringen Wachstums festzustellen. Dies kann schlicht eine Überalterung sein, ein Mangelsymptom (zu wenig Wasser, zu wenig Nährstoffe), eine Krankheit bzw. Schädlingsbefall oder auch mangelnder Schnitt. Ist die Ursache erkannt, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die die Pflanzen zu stärkerem Austrieb anregen. Häufig wird dies ein kräftiger Verjüngungsschnitt sein. Bei Beerenobststräuchern wird man die ältesten Äste bodennah herausnehmen. Besteht der Verdacht auf Nährstoff-Unterversorgung, so kann man sich mit einer Bodenanalyse Gewissheit verschaffen, um entsprechend düngen zu können. In der Regel führt dies in den Folgejahren zu verstärktem Wachstum, und Flechten stellen kein Problem mehr dar.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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