01.07.2018

Pressemitteilung Warum platzen Kirschen bei Regen?

Herrlich sind sie gewachsen, und kurz bevor wir Kirschen ernten können, genügt ein Regenguss und sie sind geplatzt. Was genau sind hier eigentlich die Ursachen?

Die Haut der Kirsche bildet sich in den ersten 4 Wochen nach der Blüte. Sie ist dann zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise noch sehr dick. Je größer die Kirschen werden, desto dünner wird die äußerste Zellschicht und die darauf vorhandene Wachsschicht (Kutikula). Mit zunehmender Spannung entstehen jetzt feine Risse in der Fruchthaut. Das Fruchtfleisch im Inneren der Kirsche ist sehr zuckerhaltig. Da Zucker Wasser anzieht, strömt das Regenwasser durch für den Zucker undurchlässige Membranen in die Zellen. Zusätzlich dringt Wasser auch über die entstandenen Risse ein. Der Druck im Innern steigt und kann schließlich so groß werden, dass die Kirsche platzt.

Die Platzanfälligkeit der Sorten ist unterschiedlich. Grundsätzlich gilt, dass großfruchtige Sorten platzanfälliger sind als solche mit kleineren Kalibern. Aber auch bei den großen Kirschen, die uns doch am liebsten sind, gibt es Unterschiede in der Anfälligkeit. Der beste Schutz vor dem Platzen ist allerdings das „Überdachen“ der Bäume. Im Erwerbsobstbau werden dazu in den Wochen vor der Ernte Folien über die Bäume gezogen, um zu vermeiden, dass die Früchte bei Regen Wasser aufnehmen. Bei kleinkronigen Kirschbäumen wäre dies mit selbst gebauten Konstruktionen auch im Hausgarten möglich. Diese erhält man durch Veredelung auf schwachwüchsige Unterlagen. Verbreitet für Kirschen sind momentan die Unterlagen GiSelA5, Weiroot 158, Weiroot 72 und die neuen Weigi-Klone.

Kirschbäume auf GiSelA5, die man als Spindel erzieht, erreichen etwa eine Höhe von 3,50 – 5m. Man rechnet mit einem Pflanzabstand von 3 x 5m. Im Hausgarten lässt sich auch die schwächer wachsende GiSelA3 Unterlage verwenden. Sie benötigt aber gute Böden, braucht lebenslang einen Pfahl und ist für Zusatzbewässerung dankbar.

Kirschbäume mit schwachwüchsigen Unterlagen lasen sich nicht nur besser gegen Regen schützen sondern mit einem Netz auch gegen die Kirschfruchtfliege und die immer stärker auftretende Kirschessigfliege, die ganze Ernten vernichten kann. Als Spindel erzogen lässt sich auch der Schnitt auf ein Minimum reduzieren.

Bei den Süßkirchen sind die meisten Sorten selbstunfruchtbar. Sie benötigen eine Befruchtersorte, die zur gleichen Zeit blüht und nicht weiter als 20 – 30m entfernt steht. Erschwert wird die Befruchtung noch durch sogenannte Intersterilitätsgruppen, was bedeutet, dass sich auch Sorten der gleichen Gruppe nicht gegenseitig befruchten können. Steht die Kirsche isoliert im Garten, wählt man daher von vorne herein am besten eine selbstfruchtbare Sorte wie „Sunburst“, „Stella“ oder „Lapins“. Alternativ ist das Einveredeln entsprechender Befruchtersorten direkt in den Baum, z.B. durch Pfropfen hinter der Rinde, zu empfehlen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.
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