01.09.2016

Pressemitteilung Nur manche Bäume mögen‘s heiß

Der Klimawandel wird auch an unseren heimischen Bäumen nicht spurlos vorübergehen. Vor allem Bäume in unseren Dörfern und Städten werden leiden, haben sie doch denkbar ungünstige Standortbedingungen. Die oftmals zu kleinen Pflanzgruben und verdichteten Böden lassen Wasser und Luft an ihren Wurzeln jetzt schon knapp werden und führen zu erhöhtem Stress. 

Prognosen der künftigen klimatischen Entwicklung sind zwar mit Unsicherheiten behaftet, aber unter seriösen Klimaforschern herrscht Einigkeit bezüglich des grundsätzlichen Trends: Die Vegetationsperiode verlängert sich, die Winter werden milder und feuchter, die Sommer wärmer und trockener. Dabei sind „harte“ Winter nicht grundsätzlich ausgeschlossen genauso wenig wie Starkregenereignisse im Sommer und zunehmende Windgeschwindigkeiten in Zeiten, wenn die Bäume belaubt sind und ihre volle Segelwirkung entfalten. Hinzu kommen Krankheiten und Schädlinge, die bis dato nur unter Fachleuten bekannt waren. 

Besonders der Berg- und Spitzahorn werden zunehmend zu kämpfen haben. Selbst die Platane, ein Zuwanderer aus südlichen Regionen, ist durch die Pilzkrankheit Massaria gefährdet. Der Eichenprozessionsspinne dürfte sich weiter ausbreiten, so dass Bäume dieser Art künftig wohl kaum noch gepflanzt werden. Seit der Oderflut1998 wissen wir auch, dass sich Birken und Erlen auf Standorten mit zeitweiliger Überflutung schwer tun. Rotdorn und Apfeldorn sind zu einem Magnet für den Birnenprachtkäfer geworden, gegen den es bisher kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gibt. Außerdem werden diese Bäume wie die Birnen und Äpfel von der Bakterienkrankheit „Feuerbrand“ befallen. 

Für die Linden gelten innerstädtische, verdichtete, trockene und mit streusalzbelastete Standorte generell als problematisch. Vor allem die Sommerlinde ist wegen ihrer Empfindlichkeit auf Trockenheit dort ungeeignet. Lediglich die Winterlinde gilt allgemein als etwas toleranter, sowohl auf Kälte als auch auf Trockenis. 

Was also sollen wir noch pflanzen? 

Es werden in Zukunft vermutlich diese Pflanzen bei uns gut wachsen, die aus Klimaregionen kommen, wo es schon immer im Winter vergleichsweise kalt, im Sommer aber trocken und heiß war. Das ist der südeuropäische Mittelmeerraum bis in den hinteren Kaukasus, sowie ähnliche Klimaräume in Nordamerika und Asien. 

Forschungseinrichtungen haben schon vor Jahren damit begonnen, Versuchspflanzungen mit ausgewählten Gehölzen aus diesen Regionen durchzuführen. Vielleicht werden uns künftig Namen wie Zimtahorn, Blumenesche, Baummagnolie oder Scharlachkirsche geläufiger sein als unsere bisherigen bekannten Baumarten. Wie sich die veränderte Flora dann auf die heimische Fauna auswirken wird, kann man heute nur erahnen. 

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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