01.06.2017

Pressemitteilung Gemüse-Probleme im Sommer

Mit robusten Züchtungen lassen sich viele Widrigkeiten von vornherein vermeiden, sie bescheren kräftigen Wuchs und gesunde Früchte. Dennoch gedeihen die wenigsten Kulturpflanzen nicht von alleine. Auch Boden, Klima und Pflege können zu Problemen führen. 

Tomaten brauchen Aufmerksamkeit 

Blütenendfäule
Das Problem: Tomatenfrüchte (aber auch die von Paprika) zeigen platte, glänzend schwarze feste Faulstellen, die sich vergrößern. Die Früchte werden damit ungenießbar. Verantwortlich dafür ist keine Krankheit, sondern ein Mangel am Pflanzennährstoff Kalzium, der bei großer Hitze und ungenügendem Gießen von der Pflanze nicht ausreichend in die Höhe transportiert werden kann.
Abhilfe: Immer reichlich gießen, Tomaten nicht welken lassen. Verbessern Sie künftig den Kalkvorrat im Boden.

Platzer
Das Problem: Kurz vor der Ernte aufplatzende Früchte sind ärgerlich. Auch sie sind eine Folge von unregelmäßiger Wasserversorgung – zu viel Feuchte nach trockenen Perioden.
Abhilfe: Immer gleichmäßig feucht halten. Die zarte Haut mancher Kirschtomaten ist besonders empfindlich, aber auch viele großfrüchtige Sorten sind dagegen nicht gefeit. Daher vorbeugend platzfeste Sorten verwenden. Relativ robust verhalten sich z.B. „Picolino“ (Cherrytomate), „Phantasia“ (mittelgroß), „Green Zebra“ und „Corianne“.

Kraut- und Braunfäule
Das Problem: Ab Mitte Juni werden Blätter, Triebe und Früchte braun und verfaulen innerhalb kurzer Zeit.
Abhilfe: Schützen Sie die Pflanzen gegen übermäßige Nässe und Luftfeuchtigkeit. Gut bewährt hat sich das Überbauen mit Glas oder einem Folienzelt, das mindestens 80 cm breit und 180 cm hoch ist; das beugt wirksam dem Befall vor. Die Pflanzen in Töpfen können Sie auch an die sonnige Hausmauer oder unter den Dachüberhang stellen
Gegen Braunfäule hochtolerante Sorten wie die mittelgroße Stabtomaten „Philona“, „Phantasie“ und „Fantasio“ und die Kirschtomaten „Philovita“ sowie die kleinfrüchtigen Bio-Wildtomaten „Rote Murmel“ und „Golden Currant“ überstehen auch im Freiland kurze Regenperioden (im Gegensatz zu herkömmlichen Züchtungen). Nach langer Nässeperiode sollten Sie die befallenen Blätter und Früchte entfernen; dann starten die Pflanzen bei besserem Wetter oft wieder durch. 

Was fehlt den Gelben Rüben? 

Wachstumsstrockungen
Das Problem: Auf schweren und verdichteten Böden kommt es leicht zu Verkrüppelungen.
Abhilfe: Vor der Aussaat den Boden tief lockern oder wenn möglich auf Sandböden ausweichen. Auf lehmigen Böden hat sich die Kultur auf ca. 20 cm hohen Dämmen bewährt. Bei Trockenheit nach dem Keimen entweder gar nicht gießen (Gelbe Rüben sind nicht empfindlich) oder sehr gründlich durchfeuchten. Oberflächliches Plätschern regt nur zur Seitenwurzelbildung an. Wichtig ist auch das Vereinzeln der jungen Pflanzen auf 2-3 cm Abstand, damit sie genug Platz zur Entwicklung erhalten.
Als häufige Ursache kommen auch schädliche Bodennematoden in Betracht, die sich bei zu enger Fruchtfolge vermehren. Sie dringen auch in die Wurzeln von Sellerie, Petersilie, Bohnen, Erdbeeren und Gehölzen ein, was zu schwachem, verkrüppeltem Wuchs und geringen Erträgen führt. Gut bewährt hat sich eine Gesundungskur in Form einer Gründüngung mit Studentenblumen (Tagetes, z.B. Sorte „Single Gold“ oder Mischungen wie „Nematodenkiller“), die bis Anfang Juli breitwürfig ausgesät und im Späthebst in den Boden eigearbeitet oder kompostiert wird.

Madige Rüben
Das Problem: Die Wurzeln sind von Fraßgängen durchzogen, die Rüben sind ungenießbar und faulen.
Abhilfe: Ursache sind die Maden der Möhrenfliegen, die ihre Eier an windgeschützten Stellen ablegen. Richten Sie Ihre Beete in Windrichtung aus und säen Sie nach Möglichkeit in windoffener Lage. Abdecken mit Gemüsefliegennetz hält die Schädlinge vom Befall ab. Ganz einfach können Sie das Problem mit Möhrenfliegen-toleranten Sorten wie „Flyaway“ und „Tozresist“ vermeiden, die von den Insekten weitgehend gemieden werden. 

Schwierigkeiten bei Gurkengewächsen 

Gelbe Blätter und faule Früchte an Kürbis und Zucchini
Das Problem: Einige Blätter färben sich ohne erkennbaren Grund gelb, ältere Blätter bleiben grün.
Abhilfe: Kalte Nächte können zu Wachstumsschicks, zu gelben Blättern und zum Verfaulen bereits angesetzter Früchte führen. Sobald die Witterung wärmer wird, normalisiert sich alles von selbst.

Gurken bringen kaum Ertrag
Das Problem: Trotz guter Entwicklung setzen die Gurkenpflanzen kaum Früchte an, diese sind zudem bitter.
Abhilfe: In kühlen Perioden werden (besonders bei Schäl- und Traubengurken) zu wenig weibliche Früchte gebildet. Dies ist ein typisches Problem alter Sorten wie „Vorgebirgstrauben“, „Chinesische Schlangen“ oder „Riesenschäl“, die hauptsächlich männliche Blüten produzieren. Moderne, reinweibliche Züchtungen setzen auch bei Regenwetter an, jede Blüte bringt eine einwandfreie Frucht.

Gurken welken plötzlich
Das Problem: Mitten im üppigen Wachstum welken die Blätter und die Pflanze stirbt ab.
Abhilfe: Solche Pflanzen sind leider nicht mehr zu retten. Diese Erscheinung tritt häufig in stark genutzten Gewächshausböden auf und ist auf einen Bodenpilz (Fusarium) zurückzuführen. Vorbeugend nur auf den resistenten Feigenblatt-Kürbis veredelte Pflanzen verwenden. Eine andere Methode: In Pflanzerde (Grow-Bags) kultivieren, damit kommen die Pflanzenwurzeln nicht mit verseuchtem Boden in Berührung.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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