01.04.2009

Pressemitteilung Winterharte Palmen

Was vor Jahren noch exzentrisches Hobby weniger Pflanzenfreunde war, hat sich mittlerweile zu einem neuen Gartentrend entwickelt: Die Palme. Die zunehmenden milden Winter haben sie in unseren Gärten in den letzten Jahren außergewöhnlich populär gemacht – nicht nur als Kübelpflanze, die den Winter über drinnen verbringen, sondern auch dauerhaft ausgepflanzt. Der harte und lange Winter Anfang 2009 dürfte allerdings viele Pflanzen auf eine harte Probe gestellt haben.

Allgemein wird angenommen, Palmen vertragen keinen Frost. Für die meisten Arten ist das auch richtig – für sie gilt: je wärmer desto besser! Doch es gibt einige Palmen, die es gar nicht so heiß mögen. Sie wachsen in milderem Klima besser und kommen auch mit Eis und Schnee im Winter gut zurecht. Dass ausgepflanzte Palmen dauerhaft in Deutschland überleben können, sich dabei prächtig entwickeln und Größen erreichen, die als Kübelpflanzen nie möglich wären, belegen auf imposante Art die ältesten Exemplare mit bis zu 40 Jahren Freilanderfahrung und acht Metern Höhe. So zieren Hanfpalmen seit Jahren den Eingang des Palmengartens in Frankfurt. Dort befindet sich wohl auch die größte Sammlung winterharter Palmen in Deutschland.

Es gibt sieben Arten, die man bei uns als winterhart bezeichnen kann. In den milderen Regionen Deutschlands kommen sie ganz ohne Winterschutz aus und auch sonst genügt oft ein geringer Schutz. Die Hanfpalme, Trachycarpus fortunei, ist der eindeutige Favorit unter ihnen. Im Schweizer Tessin wächst sie sogar schneller und höher als in ihrem Ursprungsort China. Ihre ausgewogene, typisch-palmenartige Gestalt, die dichte und nicht zu ausladende Krone, ihr schneller Wuchs (bis zu 30 cm im Jahr), der geringe Pflegeaufwand und nicht zuletzt der vergleichsweise günstige Anschaffungspreis haben sie zur beliebtesten Freilandpalme in Deutschland werden lassen. Bis – 5 C ° verträgt sie mühelos. Wird es kälter, ist geringer Winterschutz angebracht.
Jubaea chilensis, die Chilenische Honigpalme, ist eine der größten und beeindruckendsten Arten überhaupt, aber nur für große Gärten geeignet. Sie erfreut sich daher eher großer Bewunderung, denn Verbreitung.  Rhapidophyllum hystrix, die Nadelpalme, ist die härteste von allen: bis zu -24 Grad Celsius kann sie überstehen! Sie bleibt aber klein, entwickelt nur langsam einen dicht mit langen Stacheln bewehrten Stamm und wird selten kultiviert. Wesentlich kinderfreundlicher, weil ohne Stacheln, aber fast genauso frostresistent und vom Habitus ähnlich, ist der Zwergpalmetto, Sabal minor. Ebenfalls klein bleibt Trachycarpus nanus, die Yunnan-Zwergpalme.
Die Kumaon-Hanfpalme, Trachycarpus takil, ist der klassischen Hanfpalme sehr ähnlich, wird etwas größer und verträgt noch geringfügig mehr Frost. In ihrem Herkunftsgebiet, am Fuße des Himalajas, wächst sie in Höhen bis 2.400 m und ist an frostige Winter und milde Sommer gewöhnt.
Eine gute Alternative zur gängigen Hanfpalme ist für windige Standorte Trachycarpus wagnerianus, Wagners Hanfpalme. Ihre Blätter sind steifer, wodurch sie eleganter wirkt, die Blattkrone ist offener und sie wird nicht ganz so groß.

Alle anderen Art sind nur bedingt winterhart. Sie vertragen zwar zum Teil geringen Frost, kommen aber nur mit gutem Schutz über den Winter, während für die winterharten Arten häufig schon das Zusammenbinden der Blätter nach oben genügt, um den Vegetationspunkt an der Spitze zu schützen. Zusätzlich kann dieser Bereich noch mit einer Kokosfasermatte oder einem Vlies umwickelt werden.

Die beste Pflanzzeit für Palmen ist von März bis Juni. So haben die Pflanzen ausreichend Zeit, sich vor dem nächsten Winter einzugewöhnen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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