01.02.2010

Pressemitteilung Schwarze Fliegen im Blumentopf. Was tun?

Sie sind nicht schädlich, aber lästig und können dem Blumenliebhaber die Freude an seinem Hobby verderben. Ihr Lebensbereich ist der Blumentopf, wo sie sich im oberen Bereich des Pflanzensubstrates aufhalten und beim Gießen in großer Zahl auffliegen. Unangenehm ist dies insbesondere bei Topfpflanzen in geschlossenen Räumen. Die Rede ist von den Trauermücken.

Trauermücken sind ein bis drei Millimeter große, dunkel gefärbte Insekten. Sie sind recht kurzlebig und legen in den drei Tagen nach ihrem Schlupf 100 bis 300 Eier. Nach fünf Tagen schlüpfen die Larven. Deren Kopfkapsel ist dunkel, der restliche Körper durchscheinend, so dass die inneren Organe sichtbar sind. Sie ernähren sich in erster Linie von Pilzfäden. Nach zwei Wochen erfolgt die Verpuppung und nach weiteren sechs Tagen schlüpfen die erwachsenen Trauermücken. In den wenigen Tagen, die sie dann noch leben, nehmen sie keine Nahrung zu sich.

Im Erwerbsgartenbau können die Larven in seltenen Fällen schädlich werden, wenn sie bei Versiegen ihrer Nahrungsquellen auch Feinwurzeln anfressen. Im Zimmer sind sie vor allem als Lästlinge einzustufen. Denn durch ihre kurze Entwicklungszeit von 20 bis 25 Tagen kann eine Trauermücke innerhalb von drei Monaten theoretisch weit über eine Million Nachkommen hervorbringen.

In der Natur haben Trauermücken eine wichtige Funktion in Laubwäldern, wo sie die Pilzentwicklung im Boden regulieren. Im Erwerbsanbau werden Trauermücken meist mit biologischen Maßnahmen bekämpft. So kommen gegen die Larven Nematoden der Gattung Steinernema zum Einsatz, in Ausnahmefällen auch Raubmilben, die ebenfalls die Larven fressen. Im Zimmer sind diese Maßnahmen zu aufwändig und teuer, denkbar allenfalls in großen Wintergärten oder ausgedehnten Pflanzensammlungen. Möglich ist aber der Einsatz von Bacillus thuringiensis israelensis. Dieses Bioprodukt ist ursprünglich dazu gedacht, Stechmückenlarven in Teichen und Regentonnen zu töten. Es genügt ein Tropfen auf 10 Liter Gießwasser, das Substrat im Topf muss dann völlig durchfeuchtet werden. Das Produkt heißt „Stechmückenfrei“ und ist als 20 ml-Hobbypackung erhältlich. Puppen der Trauermücke werden von dieser Maßnahme aber nicht betroffen.

Die Mücke benötigt unbedingt ein feuchtes Substrat, damit die Eier nicht vertrocknen. Deshalb sollte immer von unten über den Untersetzer gegossen werden, damit die Substratoberfläche trocken bleibt. Außerdem legt das Insekt Wert auf verrottendes organisches Material, damit seine Nachkommen auch gutes Futter haben. Deshalb verhindert eine dünne Sandauflage auf der Substratoberfläche zuverlässig die Eiablage. Sehr gut wirken auch kleine beleimte Gelbtafeln. Diese sollten aber nicht in der Pflanze hängen, sondern möglichst im Substrat stecken. Denn die Mücken unternehmen ja keine ausgedehnten Spazierflüge, sondern verbringen ihre wenigen Lebenstage hauptsächlich auf dem Substrat, um dieses zu prüfen und ihre Eier abzulegen. So kommen sie nach kurzer Zeit unweigerlich mit der Gelbtafel in Kontakt und kleben fest. Am wirksamsten ist eine Kombination dieser Maßnahmen. Nach Einleitung der Bekämpfungsmaßnahmen dauert es allerdings noch vier Wochen, bis der Erfolg sichtbar wird. Denn so lange sind ja noch Larven und Puppen in den Töpfen, die nach und nach schlüpfen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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