01.10.2010

Pressemitteilung Vogelmörder oder Kammerjäger - Katzen als Beutegreifer

Vorsichtig schleicht sich die Katze an den Strauch heran. Jede Deckung nutzend. Pfote für Pfote sanft aufsetzend …um dann plötzlich ganz regungslos zu verharren. Sie wartet geduldig bis sich eine Chance ergibt, sich näher an die Amsel heranzupirschen. Wer hat hier die besseren Chancen? Eindeutig die Amsel.

Vögel sind eine schwierige Beute für unsere jagende Hauskatze. Denn erstens verfügen viele Vögel über einen so großen Gesichtskreis, dass sie auch einen Feind erkennen können, der sich von hinten nähert.  Und zweitens  steht sich die Katze mit ihrem Jagdverhalten selbst im Weg:  Sobald sie nämlich in Sprungweite zu ihrem Beutetier gelangt ist, verharrt sie einen kurzen Augenblick, bevor sie losprescht. Für den Fang kleiner Säugetiere am Boden – wie Mäuse – ist das von Vorteil, doch bei Tieren, die fliegen können, erweist sich diese Strategie eher als Handikap. Denn just in diesem Augenblick hüpft die Amsel zum nächsten Zweig. Pech gehabt.

Dennoch, für viele Vogelfreunde sind Hauskatzen brutale Mörder, die krallenamputiert, in Wohnungen eingesperrt, oder ganz eliminiert werden sollten. Kein Zweifel, die Rolle der Katze als Beutegreifer zur Bekämpfung kleiner Nagetiere war der Hauptgrund für ihre Domestikation. Aber sie jagt fast alles, was kreucht und fleucht und ihre eigene Körpergröße nicht überschreitet. Also auch Vögel.

Aber man muss als Katze schon viel üben und ein richtiger Spezialist werden, um als Vogelfänger erfolgreich zu sein. Die wenigsten schaffen das. In 80 % der Fälle muss Mieze mit leeren Pfoten nach Hause schleichen.

Und wenn die Katze doch einmal einen Vogel fängt, besteht kein Grund zu verzweifeln. Da es sich dann meist um kranke oder sonstwie geschwächte Tiere handelt, helfen Katzen sogar mit, zu verhindern, dass sich Krankheiten seuchenartig verbreiten. Katzenfeinde wird erstaunen, was Vogelkundler herausgefunden haben: Vögel in Katzengegenden sind gesünder, lebhafter und kräftiger als ihre Artgenossen, die in katzenfreien Zonen leben.

Weit mehr als die Katze, bestimmen die Pflanzen im Garten, wie groß die Zahl und Artenvielfalt an Vögeln dort ist. Insbesondere heimische, Früchte tragende Gehölze sind hierbei förderlich. Dazu zwei Beispiele: Wer liebt sie nicht, die Forsythie, die mit Ihrem knalligen Gelb im Frühjahr den Garten optisch bereichert? Leider ist sie, da sie keine Beeren bildet, für Vögel nahezu wertlos. Fast genauso schön blüht die Kornelkirsche, sie bietet aber im Herbst mit ihren knallig-roten Früchten Nahrung für 15 Vogel- und 17 Säugetierarten.

Auch bei der Rosenauswahl kann man etwas für den Vogelschutz tun: Gefüllt blühende Rosen sind zwar schön anzuschauen, sind aber empfindlicher als unsere artenreichen Wildrosen und bilden im Gegensatz zu diesen keine Hagebutten aus. Diese dienen beispielsweise unseren sibirischen Wintergästen, den wunderschönen Seidenschwänzen, als wertvolle Nahrung. Warum also nicht einmal eine Zimt- oder eine Essigrose pflanzen?

Ein Leckermaul unter den Vögeln ist der Kernbeißer. Er genießt bis zu 65 verschiedene Beerenarten. Fehlt das Nahrungsangebot, wird sich auch der Vogel nicht einstellen.

Besonderes beliebt bei Vögeln sind natürlich die beiden Baumarten, die den Vogel schon im Namen tragen: Die Vogelkirsche und der Vogelbeerbaum. Aber auch hier ist Vielseitigkeit Trumpf: Wenn Sie noch ein wenig Platz im Garten haben, pflanzen Sie auch einmal einen Holunder oder einen Faulbaum, denn auch diese Gehölze sind für Vögel sehr wertvoll.

Alte Bäume, die mit Ihren Höhlen Nistraum für Vögel bieten, werden immer weniger. Daher sind Nistkästen, die je nach Vogelart entweder an Bäumen oder unter Dachvorsprünge aufgehängt werden, umso wertvoller. Doch Vorsicht! Nistkästchen oder Vogelhäuschen sind für jede Katze eine Einladung zur Jagd. Stellen oder hängen Sie diese also so auf, dass sie für Katzen unerreichbar sind.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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