01.12.2015

Pressemitteilung Gärten sind auch im Winter schön!

Tristesse im Wintergarten muss nicht sein. Natürlich werfen die meisten Pflanzen im Herbst ihr Laub ab oder ziehen wie viele Stauden ganz ein, um starken Frösten weniger Angriffsfläche zu bieten. Aber auch unbelaubt kann ein Gehölz attraktiv aussehen. Zu nennen wäre hier der rote Hartriegel, die Korkenzieherhasel oder die markanten Korkleisten des Amberbaums. Auch bei den Stauden sind zahlreiche Arten extrem hart im Nehmen, was die Temperaturen angeht. Sie behalten ihre Blätter das ganze Jahr hindurch und schmücken den Garten auf diese Weise auch in der Winterszeit.

Viele Farne gehören zu diesen Tiefkühlspezialisten, wie beispielsweise der Hirschzungen-Farn (Phyllitis scolopendrium) mit seinen elegant­gewellten, frischglänzenden Blattwedeln, oder die große Gruppe der feingefiederten Schildfarne (Polystichum). Mit ihrem trichterförmigen Wuchs und dem interessanten Blattwerk kommen sie im Winter besonders gut zur Geltung und verleihen dem Garten Struktur. Das gilt auch für viele attraktive Gräserarten, für Seggen (Carex) etwa, Schwingel (Festuca) und zarte Schönheiten wie die Waldschmielen (Deschampsia). Bei ihnen wirken nicht nur die grünen Blattschöpfe: Ihre Blütenstände sind auch im trockenen Zustand ausgesprochen hübsch, besonders, wenn sie von glitzerndem Raureif überzogen werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen clevere Gärtner mit Stauden, die im Winter mit grünen Blättern punkten und sich im Frühjahr oder Sommer zusätzlich mit Blüten schmücken. Grasnelken zum Beispiel, über deren sattgrünen grasartigen Laub ab Mai zierliche Blütenbälle schweben. Und natürlich die vielen silberblättrigen Stauden von Gewürz-Salbei (Salvia officinalis) über Heiligenkraut (Santolina) bis hin zu Halbsträuchern wie dem Lavendel (Lavandula).

Farbe kommt auch mit den überaus robusten Bergenien ins Spiel. Sorten wie ,Eroica' ziehen rund ums Jahr die Blicke auf sich, im April/Mai mit ihren üppigen Blütenständen, im Winter mit ihrem nach dem Frost noch tiefer rot gefärbten Blättern. Hochinteressant, vor allem für den modernen Garten, ist der schwarzlaubige Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus ‚Niger‘) Auf seinen dunklen Blättern zeichnen sich Eiskristalle besonders hübsch ab. Ein Geheimtipp für all jene, die sich auch im Winter an duftigen Blüten über frischem Grün erfreuen möchten, sind die in den vergangenen Jahren gezüchteten, reichblühenden Sorten des Hornveilchens (Viola cornuta). Sie wirken zwar überaus zart, aber in Kübeln an einem geschützten Platz am Haus bringen sie den ganzen Winter immer wieder neue Blüten hervor. Insbesondere goldgelb blühende Sorten, die unbeirrt durch die Schneedecke leuchten, versprechen schon im Januar Frühlingsgefühle.

Wintergrüne Pflanzen verdunsten über ihre Blätter auch in der kalten Jahreszeit Wasser. Besonders Topfpflanzen - egal ob Gehölz oder Staude - sollte man daher an frostfreien Tagen gießen. Denn was viele Hobbygärtner im Frühjahr für Frostschäden halten, sind in Wahrheit Trockenschäden. Am besten pflanzt man wintergrüne Stauden in möglichst große Gefäße. Dadurch muss man seltener gießen und der Wurzelballen ist besser gegen Durchfrieren geschützt. In jedem Fall sollte man bepflanzte Gefäße im Spätherbst mit Sackleinen, Noppenfolie (nur um den Topf!) oder Strohmatten umwickeln. Beetpflanzen benötigen weniger Aufmerksamkeit. Drohen Kahlfröste - also sehr tiefe Temperaturen, ohne dass eine schützende Schneedecke über den Pflanzen liegt - schützt man weniger robuste Arten vorübergehend mit Fichtenreisig oder Vlies. Beide sind lichtdurchlässig und lassen die Pflanzen atmen."

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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