07.07.2014

Pressemitteilung Verhagelter Garten

Noch mehr als den Frost fürchtet der Gärtner den Hagel. Während er Ersterem noch teilweise begegnen kann, ist er dem Hagel dagegen fast schutzlos ausgeliefert. Die Häufigsten Hagelschläge gibt es im Juni, die schwersten aber Mitte Juli, wenn die sogenannte „europäische Monsumwelle“ vom Atlantik her das Festland überrollt.

Hagel entsteht in hohen, wasserreichen Wolken, in denen starke Auf- und Abwinde herrschen. Unterschreiten dabei die Temperaturen die Null-Grad-Marke, gefrieren die Wassertröpfchen zu Eiskristallen. Fallen diese dann unter die Null-Grad-Grenze, beginnen sie wieder zu schmelzen und klatschen als Regentropfen zu Boden. Jeder Regentropfen war also schon einmal ein Eiskristall.

Werden diese Eiskristalle aber immer wieder durch Aufwinde in kältere Höhen gerissen, werden sie schnell größer und größer. Wenn man ein Hagelkorn aufschneidet, kann man sehen, dass sich das Eis wie die Schichten einer Zwiebel übereinandergelegt hat. Je öfter das Hagelkorn auf und ab geweht wurde, desto mehr Schichten hat es. Auf diese Weise können Eisklumpen bis über 10 cm Durchmesser entstehen. Fällt ein solches Gebilde unter die Null-Grad-Grenze, schmilzt es nur noch teilweise wieder zurück. Der Rest fällt dann nicht als Regen, sondern als Eis auf die Erde.

Je größer die Eisbrocken, umso schlimmer sind dann die Schäden, auch im Garten. Der Hobbygärtner sollte trotzdem nicht gleich verzweifeln.

Viele unserer Gemüsepflanzen haben ein erstaunliches Erholungsvermögen, wobei sich Wurzelgemüse leichter erholt als Blattgemüse. Allerdings muss mit Wachstumsverzögerungen und Qualitätseinbußen gerechnet werden. Soweit wie möglich sollten beschädigte Pflanzenteile entfernt werden. Sie sind Eintrittspforten für allerlei mögliche Krankheitserreger. Auch für eine „aufmunternde“ Düngergabe sind die Pflanzen dankbar.

Anders sieht es bei zerhagelten Obst- und Ziergehölzen aus. An den Früchten bleiben, je nach Größe der Hagelkörner, mehr oder weniger große Narben zurück. Das Laub ist zerfetzt, die Nadeln beschädigt, die Rinde aufgeplatzt. Bleiben diese Rindenfetzen nach dem Absterben stehen, wird das Überwachsen mit gesundem Gewebe erschwert. Nach besonders heftigem Hagel können Zweige, Äste oder sogar ganze Bäume absterben. Zwar versuchen die Pflanzen durch Neuaustrieb verlorenes Blattwerk zu ersetzen. Das Holz dieser Zweige hat jedoch im Allgemeinen keine Chance mehr, vor dem Winter noch ausreichend auszureifen, so dass es besonders kälteempfindlich ist und das nächste Frühjahr meist nicht erlebt. Oft sind die Folgen eines Hagelschlages noch nach Jahren in Form von verkrüppeltem oder vermindertem Wuchs, höherer Krankheitsanfälligkeit und schlechten Ernten zu beobachten. Der beste Rat, den man in einem solchen Fall geben kann, besteht darin, die betroffenen Bäume und Sträucher radikal zurückzuschneiden, um möglichst viel beschädigtes Holz zu entfernen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.
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