01.10.2008

Pressemitteilung Jetzt an Leimringe denken

Neben dem Apfelwickler oder auch Obstmade genannt, der sich in die Früchte bohrt und dort seinen Reifungsfraß durchführt, ist der Frostspanner der bekannteste Obstschädling. Seine Raupen schädigen alle Obstgehölze (außer Pfirsich) sowie viele Ziergehölze wie Eiche, Ahorn und Linde. Mit Vorliebe werden Süßkirschenbäume befallen.

Im Frühjahr, schon während des Austriebes, sind auf den Knospen am Anfang graue, später grün werdende, sehr gefräßige Räupchen zu finden. Sie machen bei ihrer Fortbewegung den für diesen Schädling typischen „Katzenbuckel“. Da die Raupen meist in großer Zahl auftreten, sind die Schäden in Folge des frühen Fraßbeginns sehr hoch. Knospen, Blüten und junge Blätter werden aufgefressen, so dass es oft zum Kahlfraß kommt und an den Zweigen nur die zusammengesponnenen Mittelrippen der Blätter übrig bleiben. Auch junge Früchte, besonders bei Kirschen, werden von außen wie mit einem Kochlöffel ausgehöhlt.

Die etwa mohnkorngroßen, dunkelroten Eier überwintern in Rindenritzen und auf den Zweigspitzen. Nach dem Ausschlüpfen, etwa während des Knospenaufbruches, wachsen die immer hungrigen Raupen bis zu etwa 2,5 cm Länge heran.

Anfang Juni „seilen“ sich die Raupen an einem Spinnfaden zu Boden ab und verpuppen sich. In einem Kokon, etwa 10 cm unter der Erdoberfläche, ruht die Puppe bis zum Herbst.

Nach den ersten Nachtfrösten, etwa Mitte bis Ende Oktober, treten geflügelte Männchen mit ca. 3 cm Flügelspannweite und ungeflügelte Weibchen mit kurzen Flügelstummeln in Erscheinung.

Die flugunfähigen Weibchen klettern am Stamm bis in den Kronenbereich und legen dort nach der Begattung einzeln oder zu mehreren ihre 200 – 300 am Anfang hellgrünen, nach einigen Tagen rot werdenden Eier ab. Die Eier überwintern dort.

Die beste Bekämpfung ist die Vorbeugung. Werden ab Anfang Oktober Leimringe an den Stämmen und Stützpfählen angebracht, können die nach oben kriechenden Weibchen abgefangen werden. Wenn ein Raupenleimring rechtzeitig angelegt wurde und seine Klebfähigkeit den ganzen Winter lang und darüber hinaus etwa 3 Wochen nach dem Austrieb anhält, erübrigt sich in der Regel eine weitere Bekämpfung. Wichtig ist nur, dass die Leimringe auch wirklich dicht am Stamm angebracht werden, sodass der Schädling nicht untendurch schlüpfen kann.

Nach dem Austrieb der Bäume im Frühjahr sollten die Leimringe unbedingt wieder entfernt werden, da sie gerne von Vögeln auf Jagd nach Insekten aufgesucht werden. Die Gefahr ist dann groß, dass leimbehaftete Nahrung ihnen oder ihren Jungvögeln die Schnäbel verklebt.

Hat man das Anbringen von Leimringen vergessen, schützt eine direkte Bekämpfung nur dann, wenn sie am Anfang der Fraßtätigkeit im Frühjahr durchgeführt wird. Für eine biologische Bekämpfung eignen sich Bacillus-thuringiensis-haltige Produkte, wie z.B. Raupenfrei. Hierbei werden nur die Schädlinge befallen und die Nützlinge geschont.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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