01.03.2007

Pressemitteilung Wenn der Boden blüht

Nicht nur im Garten, sondern auch in den meisten Hobbygewächshäusern kehrt in den Wintermonaten Ruhe ein. Betritt der Gartenfreund im März zum ersten Mal wieder sein Gewächshaus, stellt er unter Umständen fest, dass sich den Winter über eine gelblich-weiße Schicht auf der Bodenoberfläche gebildet hat. Was der Hobbygärtner im ersten Augenblick für einen Pilzbelag halten mag, sind in Wahrheit Salzausblühungen.

Wie muss man sich diese Erscheinung erklären? Durch die Verdunstung, die auch während der Anbaupause im Winter weiter anhält, entsteht an der Bodenoberfläche ein Sog, der ähnlich wie beim Trinken aus einem Strohhalm, Wasser aus tieferen Schichten nach oben zieht. Dabei werden gelöste Salze mitgeführt, die nach der Verdunstung des Wassers an der Bodenoberfläche zurückbleiben. Ähnliches kann man bei Tontöpfen beobachten, durch deren poröse Wände das Gießwasser verdunstet und dessen Rückstände im Laufe der Zeit einen weißlichen Überzug bilden.

Im Einzelnen handelt es sich hierbei um die Düngesalze Stickstoff und Magnesium und um die zurückgebliebenen Ballaststoffe Schwefel, Chlor und Natrium aus Mineraldüngern. Phosphat und Kali spielen dabei keine Rolle, da sie im Boden größtenteils gebunden und unbeweglich sind.

Wird diese Schicht im Frühjahr nun oberflächlich eingearbeitet, kann die hohe Salzkonzentration sehr schnell zu Pflanzenschäden führen: Samen keimen schlecht und verzögert, die jungen Wurzeln verbrennen und sterben ab. Salat zeigt Wachstumsstockungen, die Blätter trocknen vom Rand her ein und bei Gurken verbrennen die Gipfeltriebe. Allgemein steigt die Krankheitsanfälligkeit der Kulturen.

Um diese schädlich Einflüsse abzuwehren und das überschüssige Salz zu entfernen, werden die oberen ein bis zwei Zentimeter der Krume abgehoben und aus dem Gewächshaus entfernt. Eine anschließende gründliche Bewässerung verfrachtet noch verbliebene Restmengen wieder in tiefere Bodenschichten. Die salzbelastete Erde kann großflächig im Freiland verteilt werden.

Bodenproben lassen zunächst keine Rückschlüsse auf die Höhe der Salzkonzentration zu, da bei Standarduntersuchungen Stickstoff und Ballaststoffe nicht erfasst werden. Deshalb sollte bei Proben unter Glas zusätzlich die Messung des Salzgehaltes beantragt werden. Die geringe Gebühr rechtfertigt die wichtige Information in jedem Falle.

Um einer erneuten Anreicherung vorzubeugen ist die Verwendung salzarmer Dünger anzuraten. In Frage kommen zum Beispiel Flüssigdünger oder organische Materialien wie Hornspäne oder Horn-Knochen-Blutmehl. Durch diese ballaststofffreien und langsam fließenden Nährstoffquellen sind gesunde Böden und reiche Ernten über lange Zeiträume möglich.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371/501 582.

>> Archiv - bisher erschienene Gartentipps

  • EnergieMonitor

    Energietipp

  • Energie-Tipp

    Energietipp

  • Abfall-ABC

    Abfall-ABC

  • Sperrmüll auf Abruf

    Onlineservice - Sperrmüll auf Abruf

  • Abfallkalender

    Abfallkalender

  • Miltenberger Bürgerdienst

    Miltenberger Bürgerdienst

  • Badegewässer

    Badesee Niedernberg

© 2011 Landratsamt Miltenberg | Brückenstr. 2 | 63897 Miltenberg | Tel: 09371 501-0
Fernwartung