01.02.2009

Pressemitteilung Bärlauch im eigenen Garten

Noch vor „Bruno“ und „Flocke“ lag der Bärlauch schon im Trend – nicht nur weil für Bären diese Pflanze zur ersten Nahrung nach dem Winterschlaf gehört. Auch für uns Menschen gilt er als schmackhaftes Gemüse, Gewürz- und Heilpflanze und unverzichtbarer Bestandteil der Gourmet-Küche. Zu Recht!

Bärlauch ist mindestens so gesund wie Knoblauch, bewirkt nach dem Verzehr jedoch wesentlich weniger unerwünschte Gerüche. Seine schwefelhaltigen ätherischen Öle regen fast alle Verdauungsorgane wie Galle, Leber, Magen und Darm an. Bärlauch wirkt günstig auf die Lunge und soll gegen Erkrankungen von Herz- und Blutsystem vorbeugen. Ihm wird zudem eine antibiotische, bzw. antiseptische Wirkung nachgesagt. Erwiesen ist der hohe Gehalt an Vitamin C, Eisen, Schwefel und Magnesium.

Allerdings verliert der Bärlauch durch Erhitzen wertvolle Geschmackstoffe und büßt seinen hohen Vitamin C-Gehalt wieder ein. Vor allem aber werden durch die Hitzewirkung die schwefelhaltigen Stoffe verändert, welche für Geschmack und Heilwirkung maßgeblich sind. Daher ist es empfehlenswert, Bärlauch lieber klein geschnitten und roh unter Salate und andere Speisen zu mischen. Da der Bärlauch zu Beginn des Jahres das erste wachsende Kraut im Garten ist, kann er zunächst Schnittlauch oder Zwiebelkraut ersetzen.

Über die tatsächlichen medizinischen Wirkungen liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Festzustehen scheint, dass nach dem Aufblühen nur noch die Blüten, nicht mehr aber die Blätter, heilsam sind. Die Bärlauchblätter sollten sowieso vor dem Erblühen geerntet werden, da sie sonst einen bitteren Geschmack annehmen und somit kaum noch genießbar sind.

Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blätter jüngerer Pflanzen des Gefleckten Aaronstab verwechselt. Alle drei Pflanzen sind äußerst giftig, die Vergiftungen können tödlich sein! In der Blütezeit lässt sich insbesondere das Maiglöckchen an der Blütenform (Glocken, keine Sterne) leicht vom Bärlauch unterscheiden. Vor allem aber riechen nur Bärlauchblätter beim Zerreiben nach Knoblauch. Eine Pflanze, deren Blätter nicht nach Knoblauch riechen, ist kein Bärlauch! Bärlauch ist zwar keine bedrohte Art, aber stellenweise im Bestand zurückgegangen. Blüh- und Erntezeit ist bei uns meist Ende März. Innerhalb von Naturschutzgebieten und geschützten Landschaftsbestandteilen ist das Sammeln von Bärlauch nicht gestattet.

Doch Bärlauch lässt sich auch im eigenen Garten ziehen. Die Kultur ist über Aussaat oder Pflanzung möglich. Bei Aussaat ist zu beachten, dass der Bärlauch ein Kaltkeimer ist, d. h. der Samen noch vor Ende März ausgebracht oder zuvor kältebehandelt sein muss. Trotzdem kann es vorkommen, dass der Samen erst im zweiten Jahr keimt. Sicherer ist es, bereits im Herbst die kleinen Zwiebelchen zu pflanzen. Den schnellsten Erfolg hat man aber, wenn man Topfware pflanzt, wie sie der Fachhandel ab April anbietet.

Wählen Sie für die Pflanzung feuchte Stellen unter lichtem Gebüsch. Sagt dem Bärlauch der Platz zu, kann er sich stark vermehren, so dass Sie nach einigen Jahren die Ausbreitung begrenzen müssen. Dies geschieht am besten durch rechtzeitiges Entfernen der Blütenbälle, bevor der Samen reift oder Sie graben im Herbst die Zwiebelchen aus und verschenken Sie weiter.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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