01.12.2008

Pressemitteilung Alte Gärtnerweisheiten hinterfragen!

Der Dezember, das ist nicht nur die Zeit der Advents- und Weihnachtsfeiertage, sondern auch der Monat, in dem unsere Vorfahren die Rauhnächte begangen haben. 12 Stück waren es mindestens gewesen und geendet haben sie mit dem Ausräuchern von Geistern und Dämonen. Vielleicht sollten wir uns an diesen Brauch erinnern und die Gelegenheit nutzen, uns nicht nur von Unholden und Geistern, sondern auch von veralteten Gartenweisheiten oder falschen Vorstellungen zu trennen.

Die Behauptung z. B., Blumensträuße würden Sauerstoff verzehren und müssten deshalb nachts aus den Krankenzimmern entfernt werden, ist so eine überholte Gepflogenheit. Es ist zwar richtig, das Pflanzen generell des Nachts Sauerstoff verbrauchen, statt welchen zu produzieren. Verglichen mit dem Sauerstoffkonsum eines Menschen sind das aber so geringe Mengen, dass die Luft deshalb nicht knapp wird. Der wahre Grund, den Blumenschmuck aus den Krankenzimmern zu verbannen, ist ein hygienischer. Das Wasser in der Schnittblumenvase, wie auch die Erde von Topfblumen wimmelt von Kleinlebewesen. Also wird dieses scheinbare Einfallstor für Keime lieber geschlossen:
Die Blumen müssen draußen bleiben. Aber selbst früher, als man es mit der Hygiene noch nicht so genau nahm und Blumen im Krankenhaus noch gerne gesehen wurden, hat man die Sträuße abends auf den Gang gestellt. Dort war es gewöhnlich einfach kühler als in den Krankenzimmern, weshalb die Sträuße länger hielten.

Etwas weiter verbreitet dürfte die Tatsache sein, dass Rosen keine Dornen, sondern Stacheln besitzen. Dornen sind nämlich mit der Pflanze fest verwachsene Seitentriebe, Stacheln dagegen nur Auswüchse der Rinde. Probieren Sie dies aus: Ein Rosenstachel lässt sich einfach abzwicken. Bei einem Dorn, wie ihn etwas Weißdorn und Schlehe tragen, geht das nicht. Auch der „stachelige“ Kaktus trägt in Wahrheit Dornen.

Dass Erdbeeren wissenschaftlich gesehen keine Beeren sind, ist vielleicht vielen bekannt. Wegen der außen anhaftenden Samen, die für den Botaniker Nüsschen sind, wird diese schmackhafte Frucht als Sammelnussfrucht bezeichnet. Doch wie steht es mit der Walnuss? Bis vor kurzem zählte sie noch wie Kirsche, Pflaume und Aprikose zu den Steinfrüchten. Doch die allgemein gebräuchliche Bezeichnung Nuss für Walnuss wird inzwischen auch von Botanikern akzeptiert. Während Kokosnüsse, Mandeln, Pistazien nach wie vor Steinfrüchte sind, müssen wir auch bei der Haselnuss nicht umdenken. Sie ist und bleibt, wie die Walnuss, eine Nuss.

Ins Reich der Fabeln verwiesen werden muss die Behauptung, dass der Spinat besonders viel Eisen enthalte. Es ist zwar richtig, dass Eisen zur Blutbildung notwendig ist, aber es ist falsch, deswegen die Kinder mit Spinat zu quälen. Spinacia oleracea, wie der Gemüsespinat botanisch heißt, enthält gekocht etwa 2,2 mg Eisen pro 100 Gramm, im frischen Zustand etwas mehr. Dies ist deutlich weniger als etwa Schokolade oder zahlreiche andere Lebensmittel enthalten. Der Glaube, dass Spinat die zehnfache der tatsächlichen Menge Eisen enthalte beruht vermutlich auf einen Messfehler Anfang des 20. Jahrhunderts. Obwohl diese Behauptung bereits in den 1930er Jahren als Irrtum bekannt war, hat sie sich bis heute erhalten. Die Vitamingehalte im Spinat allerdings können sich sehen lassen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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