01.06.2008

Pressemitteilung Physik contra Chemie!? Algen im Gartenteich.

Jeder Besitzer einer Wasseranlage, egal ob bepflanzter Gartenteich, Bachlauf, nicht bepflanztes Wasserbecken oder Wasserkunst weiß es: Irgendwann kommt sie, die massenhafte, nicht normale Entwicklung der Algen.

„Antialgenpräparate“ versprechen Abhilfe. Doch Vorsicht! Was für überwiegend technisch ausgerichtete Anlagen vielleicht tolerabel ist, ist für bepflanzte Gartenteiche und Bachläufe gefährlich. Jeder „Chemieeinsatz“ hat meist negative Auswirkungen auf das Ökosystem Teich. Wasser hat aufgrund seiner Inhaltsstoffe leider die natürliche Tendenz zu veralgen. Lassen wir ein Glas mit normalem Leitungswasser einige Tage im Licht stehen, stellen wir fest:

  • Es wird zunächst hellgrün, dann leicht grünlich-bräunlich.
  • Es bilden sich schlierige Stoffe.
  • Der Trübungsgrad nimmt deutlich zu.
  • Es gibt Unterschiede zwischen einem sonnigen und beschatteten Standort.
  • Bei einer Wasseranalyse stellen wir fest: Je höher der Nährstoffgehalt umso stärker die Trübung.

Was tun?

Die Minimierung des Nährstoffangebotes ist der wichtigste Ansatz um unkontrolliertes Algenwachstum zu vermeiden. Fünf Grundregeln können zu einer ungetrübten Sicht und damit zu einem sehr stark reduzierten Pflege- und Wartungseinsatz führen:

  • Wasser-Tiefenzonen von mindestens einen Meter schaffen.
  • Sauerstoffzufuhr und Beschattung ermöglichen.
  • Organischen Masseneintrag, wie Blüten und Laub, unterbinden bzw. reduzieren.
  • Kein Fischbesatz, kein Fischfutter.
  • Frischwasserzufuhr durch Leitungswasser unterlassen.

Erster positiv wirkender Pflegeansatz ist die regelmäßige Umwälzung mit Sauerstoffzufuhr. Für einen Wasseraustausch ist immer Regenwasser gegenüber Leitungswasser vorzuziehen; Leitungswasser erhöht den PH-Wert des Wassers und trägt so indirekt zur unerwünschten Nährstoffanreicherung bei.

Zweiter Pflegeansatz ist die mechanische Reinigung. Dies ist durch verschiedene bautechnische Einrichtungen mit Pumpen und Filteranlagen möglich. Es gibt eine Vielzahl an Filtersystemen, die in ihrer grundsätzlichen Aufgabe alle gleich sind: Sie sollen kleinste Festbestandteile aus dem Wasserkreislauf heraus nehmen.

Und wenn die Algen dennoch kommen?

Chemische Präparate, die den Algen an die Substanz gehen, sind teuer, nicht von Dauer und können das Biosystem „Teich“ schädigen. Reinigungs- und Filtersysteme in Kombination mit UV-Bestrahlung sind besser. Der Teichbesitzer muss aber wissen, dass UV-Leuchten nicht nur den Algenbestand, sondern auch andere Kleinlebewesen im Wasser vernichten.

Bei ökologischer Betrachtungsweise bleibt nur die klassische, mechanische Reinigung. Sie ist die effektivste Methode zur Pflege von Wasseranlagen. Schwimmende Biomasse lässt sich am einfachsten und effektivsten durch Abfischen der Wasseroberfläche entfernen. Mit einem Käscher oder Rechen wird so dem Gesamtsystem der größte Anteil organischer Masse entzogen. Damit werden alle weiteren Reinigungssysteme entlastet und reduzieren so den Gesamtpflegeaufwand deutlich. Alles in allem ist damit gleichzeitig der geringste Zeitaufwand verbunden.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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