01.02.2011

Pressemitteilung Mit Zucker und Wachs gegen die Kälte – Wie Pflanzen Frost überstehen

Klirrende Kälte bedeutet Stress für viele Pflanzen. Bläst dazu noch ein eisiger Wind, verstärkt sich das Problem zusätzlich: Die Pflanzen verdunsten Wasser, doch die Wurzeln können aus dem gefrorenen Boden nichts nachliefern. Was im Frühjahr an unseren Pflanzen wie erfroren aussieht, ist daher oft nichts anderes als ein Trockenschaden. Der Gärtner nennt dies Frosttrocknis.

Um Kälte schadlos zu überstehen, haben Pflanzen unterschiedliche Strategien entwickelt. Viele unserer heimischen Arten sind in ihren Wachstums- und Ruhezeiten unserem Klima angepasst. Die krautigen Pflanzen sterben zum Winter hin ab und überdauern als Samen im Boden. Mehrjährige Stauden zeihen ein und treiben im Frühjahr wieder aus. Laubgehölze werfen ihre Blätter ab und minimieren dadurch die Verdunstung.

Doch wie schaffen es die immergrünen Pflanzen, den Winter zu überstehen? Der Rhododendron hilft sich, indem er seine Blätter nach unten stellt und einrollt. Dadurch liegen die unterhalb des Blattes sitzenden Spaltöffnungen, über welche die Pflanze verdunstet, geschützt auf der Blattinnenseite. Die lederartige Außenhaut hilft zusätzlich gegen die Unbilden des Winters.

Immergrüne Nadelgehölze haben ihre Blattoberfläche durch die Nadelform dauerhaft vermindert. Eine Wachsschicht auf der Außenhaut hält die Verdunstung obendrein gering.

Zu diesen „äußerlichen“ Anpassungen gibt es noch weitere „innere“ Frostschutzmaßnahmen. Manche Pflanzen lagern z.B. vermehrt Stoffe wie Zucker als „Frostschutzmittel“ ein, um den Gefrierpunkt des Pflanzensaftes herabzusetzen. Vor allem im Zellinneren dürfen sich keine Eiskristalle bilden, denn dort finden alle wichtigen Stoffwechselfunktionen statt.

Schnee wirkt auf Pflanzen und Boden wie eine Wärmedämmung. Allerdings hat die weiße Pracht auch ihre Schattenseiten. Vor allem nasser Schnee drückt die Pflanzen nieder und kann zu Bruchschäden führen. Auf der sicheren Seite ist der Pflanzenfreund, wenn er frostempfindliche Pflanzen mit Reisig oder Überwinterungsvlies schützt.

Aber auch die Gartenanlage selbst kann die Gefahr von Frostschäden mindern oder verstärken. Die meisten Schäden an Pflanzen entstehen nämlich durch die berüchtigten Strahlungsfröste. Hierbei steigt die tagsüber erwärmte Luft nach oben und Kaltluft fließt nach. Diese kalte Luft sammelt sich wie Wasser an der tiefsten Stelle. Gärten in Tälern und tiefergelegenen Hanglagen sind daher gefährdeter als höhere Hanglagen. Aber auch Senken und Vertiefungen im Garten selbst können zu Frostlöchern oder gar Kaltluftseen werden. Mauern, dichte Hecken oder Zäune quer zur Abflussrichtung der Kaltluft stauen diese an und verstärken die Frostgefahr ebenfalls. Der kluge Gärtner baut vor und sorgt dafür, dass diese Kaltluft immer abfließen kann

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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