01.06.2016

Pressemitteilung Springschwänze und Trauermücken in Topfpflanzen

Haben Sie das auch schon erlebt, dass auf den Topfballen Ihrer Zimmerpflanzen kleine Tierchen umherhüpfen? Vor allem beim Gießen erscheinen sie unter Umständen in großer Zahl und beunruhigen den Blumenfreund. Doch Entwarnung ist angesagt. Problematisch sind diese Tierchen nicht und ihre Schadwirkung geht gegen null. Allerdings können sie bei massenhaftem Auftreten sehr lästig werden. 

Es handelt sich hier um Springschwänze, von den Fachleuten auch Collembolen genannt. Der Name rührt von der Sprunggabel oder auch Furca, die nach vorne Richtung Kopf umgelegt und dort arretiert ist. Wenn sich die Sperre löst, schnellt die Sprunggabel nach hinten und katapultiert den Springschwanz mehrere Zentimeter hoch in die Luft. Auf diese Art und Weise können Springschwänze vor potenziellen Fressfeinden fliehen. 

Springschwänze sind weltweit verbreitet und leben auf dem Boden, in der Streuschicht und bis zu 10 cm tief in der Erde. Generell findet man sie in Lebensräumen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Sie ernähren sich von Pflanzenmaterial wie Algen, Pollen oder abgestorbenen Blättern. 

Hin und wieder gelangen Springschwänze mit Blumen, selbstgeerntetem Gemüse oder Brennholz ins Haus. In feuchten Kellern können sie nicht nur überleben, sondern sich hier sogar fortpflanzen. Vor allem auf Flachdächern, die mit Kies bedeckt sind, können sich Springschwänze massenhaft vermehren, da sich zwischen dem Kies Blütenpollen sammeln oder Algen vermehren, die Leibspeise der Springschwänze. Während einer Trockenperiode können die dort lebenden Tiere dann in großer Zahl auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen auch in Häuser eindringen. 

Springschwänze sind in ihrem natürlichen Lebensraum sehr nützliche Lebewesen, die durch das Verzehren von abgestorbenem Pflanzenmaterial entscheidend an der Humusbildung beteiligt sind. Falls Springschwänze in Wohnungen eindringen, so können die Tiere mit Kontakt-Insektiziden bekämpft werden. Beschränkt sich ihr Vorkommen auf Blumentöpfe, reicht es meist, die Pflanzen von unten zu gießen und generell etwas trockener zu halten. Denn nur im feuchten Substrat fühlen sich die Tierchen wohl. 

Ähnlich verhält es sich mit Trauermücken, die sich ebenfalls im oberen Bereich des Blumentopfes aufhalten und beim Gießen auffliegen. Trauermücken sind ein bis drei Millimeter große, dunkel gefärbte Insekten. Sie sind recht kurzlebig und legen in den drei Tagen nach ihrem Schlupf 100 bis 300 Eier. Nach fünf Tagen schlüpfen die Larven, nach zwei Wochen erfolgt die Verpuppung und nach weiteren sechs Tagen schlüpfen die erwachsenen Tiere. In den wenigen Tagen, die sie dann noch leben, nehmen sie keine Nahrung mehr zu sich. 

Nur in seltenen Fällen können die Larven schädlich werden, wenn sie bei Versiegen ihrer Nahrungsquellen auch Feinwurzeln anfressen. Die Mücke benötigt unbedingt ein feuchtes Substrat, damit die Eier nicht vertrocknen. Deshalb sollte auch hier immer von unten über den Untersetzer gegossen werden. Außerdem legt das Insekt Wert auf verrottendes organisches Material, damit seine Nachkommen auch gutes Futter haben. Daher verhindert eine dünne Sandauflage auf der Substratoberfläche zuverlässig die Eiablage. Sehr gut wirken auch kleine beleimte Gelbtafeln. Diese sollten aber nicht in der Pflanze hängen, sondern möglichst im Substrat stecken. Denn die Mücken unternehmen ja keine ausgedehnten Spazierflüge, sondern verbringen ihre wenigen Lebenstage hauptsächlich auf dem Substrat, um dieses zu prüfen und ihre Eier abzulegen. So kommen sie nach kurzer Zeit unweigerlich mit der Gelbtafel in Kontakt und kleben fest. Am wirksamsten ist eine Kombination dieser Maßnahmen. Nach Einleitung der Bekämpfungsmaßnahmen dauert es allerdings noch vier Wochen, bis der Erfolg sichtbar wird. Denn so lange sind ja noch Larven und Puppen in den Töpfen, die nach und nach schlüpfen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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