01.03.2016

Pressemitteilung Kalter Winter bringt frühes Wachstum

Im Allgemeinen teilen wir das Jahr in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dabei liegen Beginn und Ende der einzelnen Perioden kalendarisch genau fest. So beginnt der Frühling, abhängig vom Abstand zum letzten Schaltjahr, am 19./20: oder 21. März, egal wie das Wetter in dieser Zeit ist.

Der phänologische Kalender dagegen kennt 10 Jahreszeiten und beginnt, je nach Region unterschiedlich, schon Ende Februar, Anfang März mit dem Vorfrühling. Die Blüten von Haselnuss, Schneeglöckchen und Salweide bestimmen das genauere Datum. Über den Erstfrühling, mit dem Beginn der Forsythienblüte, geht es dann weiter zum Vollfrühling im April/Mai mit der Blüte von Apfel, Flieder und Rosskastanie.

Diese Jahreszeiten sind also abhängig von der Entwicklung der Natur. Allgemein nimmt man dabei an, dass milde Winter ein frühes Erwachen der Natur mit sich bringen. Stimmt das wirklich?

Eine Forschungsarbeit an der TU München hat einen gegenteiligen Zusammenhang ans Tageslicht gebracht, zumindest für einheimische Pflanzen. Je kälter der Winter, desto früher fangen die Pflanzen wieder an zu treiben. Anders als bisher angenommen, spielt auch die zunehmende Tageslänge im Frühjahr für diesen Zeitpunkt des Knospens keine große Rolle: Damit die Pflanzen im Frühjahr rechtzeitig aufwachen, ist ein ausgedehnter „Kälteschlaf“ im Winter wichtig.

Dies betrifft vor allem einheimische Baumarten wie Buchen oder Eichen. Denn mit der Kälteruhe schützen sie sich vor dem Erfrieren. Anders verhalten sich Arten, die aus wärmeren Klimazonen eingewandert sind, wie die Robinie oder die Walnuss. Diese Bäume riskieren im Frühjahr einen früheren Start, weil sie weniger stark auf die Kälteperiode angewiesen sind und zudem bei steigenden Temperaturen schneller austreiben. Die Folgen für das Ökosystem bleiben nicht aus; vor allem für den Wald. Nach milden Wintern steigt für die heimischen Arten das Risiko, ihre Blätter zu spät auszubilden. Damit gelangt auch mehr Tageslicht auf den Boden, was niederwachsende Strauch- und invasive Baumarten begünstigt. Sie treiben früher aus, zum Nachteil für heimische Arten.

Insgesamt ergibt sich jedoch ein chaotisches Bild: Durch wärmere Winter kann die übliche Reihenfolge der Baumentfaltung völlig durcheinander geraten. Dabei ist der frühe Austrieb nicht ganz risikolos. Viele der heute in Mitteleuropa ansässigen Kulturarten stammen aus wärmeren Klimazonen. Sie könnten mangels ausreichenden Erfrierungsschutzes Opfer ihrer zu flexiblen Anpassung werden und bei Spätfrost im Frühjahr erfrieren. Dann damit müssen wir immer rechnen: Mögen die Winter auch noch so mild werden, tiefe Temperaturen Ende Februar/Anfang März werden weiterhin möglich sein.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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