01.04.2008

Pressemitteilung F1-Hybriden – Rassepflanzen aus der Samentüte

Leidenschaftliche Freizeitgärtner wälzten schon Anfang des Jahres die ersten Samenkataloge. Die Vielfalt des Angebotes ist oft unüberschaubar. Verwundert ist so mancher über den Zusatz „F1-Hybride“ hinter dem Sortennamen auf der Samentüte.

Was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung?

„F1“ ist ein Begriff aus der Vererbungslehre von Gregor Mendel und bedeutet „erste Tochtergeneration“ oder auch „Filiale 1“, abgekürzt „F1“.

Bei der Kreuzung zweier Pflanzeneltern, die für ein bestimmtes Merkmal reinerbig sind, entstehen in der darauf folgenden Generation gleichaussehende Nachkommen. Kreuzt man z. B. eine reinerbige rot blühende Pflanze mit einer reinerbigen, weiß blühenden Pflanze, erhält man ausschließlich Nachkommen mit der Blütenfarbe rosa. Doch was bedeutet dies für den Freizeitgärtner?

F1-Pflanzen keimen, wachsen und blühen gleichmäßig und bilden zur gleichen Zeit Früchte. Daher ist F1-Saatgut vor allem auch in der Landwirtschaft verbreitet, wo wegen der Automatisierung gleichmäßige Bestände bevorzugt werden. Die F1-Hybriden sind außerdem, zur Freude der Freizeitgärtner, meist widerstandsfähiger, wüchsiger, versprechen eine üppigere Ernte oder imposantere Blüten (der Genetiker bezeichnet dies als luxurieren der Bastarde oder Heterosiseffekt). Diese Hochleistungspflanzen im Garten müssen allerdings ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden, ansonsten wird sich die Ernte nicht wesentlich von den „normalen“ Sorten unterscheiden.

Die Samen der F1-Hybriden sind meist wesentlich teurer als normales Saatgut. Nicht selten zahlt der Hobbygärtner für nur zehn Korn vier Euro und mehr. Dieser hohe Preis resultiert aus der langwierigen und aufwändigen Selektionszüchtung, die notwendig ist, um reinerbige Eltern zu bekommen, und aus der arbeitsintensiven Saatgutgewinnung. Erst wenn das Erbmaterial von „Mutter“ und „Vater“ ganz bestimmte Eigenschaften aufweist, ist ein Erfolg garantiert. Die durch die Kreuzung der beiden Eltern entstehenden Bastarde, die F1-Hybriden, zeigen dann alle einheitlich die gewünschten Merkmale.

Es lohnt sich nicht, selbst Samen aus den F1-Pflanzen zu gewinnen. Die Nachkommen werden nicht zwangsläufig alle guten Merkmale der „Rassenpflanzen“ besitzen. Zur Samenentstehung hat ja wieder eine Bestäubung stattgefunden und das Erbgut wurde neu kombiniert. Dies kann zu völlig anderen und ungewollten Eigenschaften führen. Pflanzen aus selbstgewonnenen Samen von F1-Hybriden lassen daher nicht die gleiche Ernte wie von ihren Eltern erwarten. Für den Hobbygärtner, der gerne experimentiert, können sie aber ein interessantes Betätigungsfeld mit vielen Überraschungen darstellen. Wer aber sicher gehen will, kauft sein Saatgut jedes Jahr wieder neu.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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