01.10.2015

Pressemitteilung Laub ist kein Dreck

Im Herbst kommt es zwischen Nachbarn immer wieder zu Streitigkeiten, wenn Blätter von den Nachbarbäumen das eigene Grundstück „verdrecken“. Doch nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt, das bereits vom 14.07.1987 stammt (Az: 14U 124/86), ist der Laubfall die Kehrseite erstrebenswerter Begrünung und des Vorteils, in einer begrünten Umgebung zu wohnen. Laubfall ist, wenn die Beeinträchtigung unwesentlich ist, also hinzunehmen. 

Aber auch sonst sollte man sich nicht über fallendes Laub ärgern. Denn ohne Blätter gäbe es keine Pflanzen und ohne Pflanzen kein Leben auf der Erde. Seit Millionen von Jahren produzieren sie Nahrung und Sauerstoff für uns. Diese enorme Leistung verdanken wir den Blättern. Aus Kohlendioxid und Wasser wird dort unter Einwirkung von Licht Zucker, Stärke und Sauerstoff- die Grundlage für die Existenz aller höheren Lebewesen. 

Im Sommer werden Pflanzenakkus aufgefüllt 

Im Sommer herrscht Hochkonjunktur für das Wachstum. Licht, Wärme und Wasser sind ausreichend vorhanden und für Blüten und Früchte laufen die Blattkraftwerke auf Hochtouren. Andere Pflanzen füllen ihre Akkus auf und lagern Nährstoffe in Speicherorgane ein. Dies gilt besonders für Zwiebelgewächse. Aber auch Stauden, wie Pfingstrosen und Tränendes Herz sammeln Sonnenenergie für die Blüte im nächsten Frühjahr. Erst wenn die Blätter vergilben oder braun werden, stellen sie den Betrieb ein und können entfernt werden. Rhabarber und Spargel sind mehrjährige Gemüse. Die Blattstiele des Rhabarbers und die Sprosse des Spargels werden nur im Frühjahr geerntet. Ab Johanni (24. Juni) ist damit Schluss. Der Grund: Die Ernte und mit ihr das Entfernen der Blätter schwächt die Pflanzen. Von Ende Juni bis in den Herbst können die Blätter in Ruhe arbeiten, damit sich die Pflanzen wieder regenerieren und Reserven einlagern können. 

Im Herbst schalten die Laub-Kraftwerke ab – Nadeln aber nicht 

Im Herbst fehlt es den Laubkraftwerken mehr und mehr an Wärme und Licht. Deshalb entledigt sich der Laubbaum seiner Blätter. Vorher werden die Zuckerstoffe in Knospen und in Holzteile eingelagert. Nadelgehölze dagegen verlieren ihre Blätter nicht. Die kompakte Bauart und die dicke Wachsschicht der Nadeln schützen vor Austrocknen, vor allem im Winter, wenn Bodenfrost den Wassernachschub verhindert. Die Nadel-Kraftwerke haben eine längere Laufzeit. Erst nach mehreren Jahren haben sie ausgedient. Der Nadelfall am 4- bis 5-jährigem Holz sollte daher nicht beunruhigen. Es ist ein natürliches „Putzen“ der Pflanzen. 

Wohin mit dem wertvollen Rohstoff 

Falllaub ist ein wertvoller Rohstoff. Auf Blumen- und Staudenbeeten kann Laub liegen bleiben, solange es frei von Krankheiten ist und die Pflanzen darunter nicht ersticken. Abgefallene Rosenblätter und Blätter mit Flecken sollten allerdings entfernt werden. Ausnahme sind Blätter mit weißpudrigem Belag (Echter Mehltau). Von diesem Blattpilz geht im Herbst und Winter keine Gefahr aus, denn Echter Mehltau überdauert nicht im Laub, sondern an Triebspitzen und Knospen lebender Pflanzen. Generell kann alles Laub kompostiert werden. Schwer verrottendes Laub von Walnuss, Eichen oder Kastanien sollte vor dem Kompostieren zerkleinert werden. Einfach das Laub flächig auf dem Rasen verteilen. Der Rasenmäher zerhackt die Blätter in kleine Stücke, die sich auf dem Kompost schneller zersetzen. Bei zu viel Laub sollte immer etwas gröberes Material wie Reisig oder Äste zugemischt werden. Sie verhindern, dass die Blätter zu einer luftundurchlässigen Masse zusammenpappen und verfaulen. Auch das Untermischen stickstoffhaltiger Pflanzenteile wie Rasenschnitt oder Gemüseabfälle ist Futter für die Bakterien, die das Laub zersetzen und fördert den Rotteprozess. 

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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