01.03.2009

Pressemitteilung Strenge Winter helfen nicht gegen Blattlausbefall

Endlich hatten wir wieder einmal einen vernünftigen Winter, denkt sich so mancher Gartenfreund und hofft darauf, dass die vergangenen Frosttage auch die Pflanzenschädlinge dezimiert haben. Doch diese Hoffnung ist trügerisch, denn viele Schädlinge überwintern in der Eiform und können in diesem Stadium weitaus kältere Temperaturen überdauern, als wir sie im Januar und Februar erlebt haben.

Dies gilt insbesondere für die Blattläuse. Von ihnen gibt es über 800 Arten. Nur wenige davon sind für den Hobbygärtner von Bedeutung, wie z. B. die grüne Pfirsichblattlaus, die Bohnenblattlaus, Rosenblattlaus oder die mehlige Kohlblattlaus. Sie alle überwintern im Eistadium an holzigen Gewächsen. Vögel auf der Nahrungssuche werden ihnen dabei gefährlicher, als tiefe Temperaturen.

Sobald es im Frühjahr wärmer wird, schlüpfen aus den Eiern zunächst die so genannten flügellosen Stammmütter. Diese gebären, und das ist ungewöhnlich, ohne vorherige Befruchtung sofort lebende Blattläuse und zwar ausschließlich Weibchen. Diese Weibchen bringen daraufhin ebenfalls ohne Befruchtung weitere Jungtiere zur Welt. Ein Eistadium, welches zur Weiterentwicklung einige Tage in Anspruch nehmen würde, entfällt. Bei bis zu 15 Generationen können auf diese Weise,  ausgehend von nur einer Stammmutter, tausende neue Blattläuse entstehen! Entscheidend über die Anzahl ist dabei nicht, wie kalt der Winter war, sondern wie warm und trocken das Frühjahr ist. Dies ist auch der Grund, warum im Mai, scheinbar über Nacht, Pfirsiche, Kirschen oder Rosen mit Blattläusen geradezu überzogen werden.

Wenn Platz- und Nahrungsangebot auf der Pflanze knapp werden, entstehen ab der zweiten oder dritten Generation neben den ungeflügelten Weibchen auch geflügelte. Diese sorgen für die Weiterverbreitung auf andere Pflanzen.

Gegen Herbst, wenn das Nahrungsangebot geringer und die Tage kürzer werden, kommen vermehrt geflügelte Tiere zur Welt. Nach dem bisher ausschließlich Weibchen produziert wurden, tauchen jetzt auch Männchen auf. Bei vielen Arten findet durch die geflügelten Tiere auch ein Wirtswechsel statt. Die Mehlige Apfelblattlaus z.B. wechselt im Herbst vom Wegerich auf den Apfel, die Schwarze Bohnenlaus von der Bohne auf das Pfaffenhütchen oder den falschen Jasmin. Erst jetzt kommt es zur Begattung und die Weibchen gebären nicht mehr lebende Tiere, sondern legen an den holzigen Gewächsen ihre Eier ab. In dieser Form überwintert die Blattlaus, während das Individuum abstirbt.

Mehr Hoffnung auf eine Reduzierung der Individuenzahl durch kalte Winter besteht bei den ebenfalls schädlichen Nacktschnecken. Zwar vergraben diese im Herbst ihre Eier im Boden, wo diese, ähnlich wie bei den Blattläusen, auch tiefe Temperaturen überdauern können. Aber auch die erwachsenen Tiere versuchen geschützt unter Laub milde Winter zu überleben. Da Schnecken Zwitter sind, können sie sich gegenseitig befruchten. Somit kann jedes überlebende Tier teilweise bis zu 400 Eier legen, beste Voraussetzung für eine rasante Vermehrung. Strenge Winter reduzieren die lebenden Nacktschnecken. Folgt dann noch ein trockenes Frühjahr wirkt sich dies zusätzlich befallsmindernd aus.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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