01.10.2018

Pressemitteilung Gärtnern macht glücklich!

„Man flieht aus den Büros und den Fabriken. Wohin ist gleich! Die Erde ist ja rund!
Dort, wo die Gräser wie Bekannte nicken und wo die Spinnen seidene Strümpfe stricken, wird man gesund.“

Was Erich Kästner 1936 dichtete, ist heute mehr denn je gültig. Selbstbestimmtes Arbeiten an der frischen Luft hilft Herz und Kreislauf, bringt Freude und schafft Glücksgefühle. Prof. Dr. Carolin Retzlaff-Fürst vom Institut für Biowissenschaften an der Universität Rosenheim bestätigt dies. „Oh ja, es gibt viele Studien, die einen positiven Einfluss der Gartenarbeit auf Wohlbefinden und Gesundheit belegen, und das in allen Altersgruppen. Kleine Kinder profitieren davon genauso wie Erwachsene oder ältere Menschen mit einer Demenz.“ Das ist auch erklärbar. Entwicklungsgeschichtlich sind wir eng mit der Natur verbunden und die Beschäftigung in und mit ihr bedient Jahrtausend alte Bedürfnisse und Erfahrungen. Etwas begreifen im wahrsten Sinne des Wortes, hilft uns auch, etwas zu verstehen. Mit Geduld das Keimen und Wachsen einer Gurke zu begleiten oder das Erblühen einer Rose zu bestaunen entschleunigt, lässt Aggressionen schwinden und macht zufrieden. „Wir konzentrieren uns bei der Arbeit im Garten auf etwas sehr Ursprüngliches, das tun wir sonst kaum noch“, erklärt die Wissenschaftlerin. So wirkt pflanzen und säen wie ein Miniurlaub.

Neben der kurzfristigen Entschleunigung hat Prof. Dr. Carolin Retzlaff-Fürst weitere – langfristige – Effekte herausgefunden. In ihren eigenen Untersuchungen, unter anderem mit Lehramtsstudenten, wurde der Einfluss des Gärtnerns auf das Selbstwertgefühl des Menschen belegt. Durch Studien mit Sechstklässlern konnte die Professorin zudem zeigen, dass sich Gartenarbeit – hier im Schulgarten – positiv auf die sozialen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder auswirkt: „Selbstbewusstsein und Selbstwahrnehmung werden gestärkt. Ebenso die motorischen Fähigkeiten. Retzlaff-Fürst stellt fest: „Je mehr die Kinder draußen sind, umso besser für sie.“

Und so ganz nebenbei, quasi im Stillen, ist das Arbeiten im Hausgarten auch ein Beitrag zum Erhalt unseres Klimas. So besteht eine Gurke zu 98% aus Wasser. Von den ca. 2 Mrd. vermarkteten Gurken in Deutschland kommen 1,8 Mrd. aus dem Süden Europas. D.h. wir kutschieren jährlich ca. eine Mrd. Kubikmeter Trinkwasser mit dem entsprechenden Ausstoß an CO2 über tausende von Kilometern quer durch Europa. Zusätzlich verbraucht der Produzent bei der Erzeugung und marktfertigen Aufbereitung seiner Gurke die etwa 12 bis 15-fache Menge an Wasser! Da sind dann aber auch noch die Tomaten und die Melonen und und und. Sie sind selbst in der Lage zu beurteilen, welches Potential für den Naturhaushalt und das Klima in der Bewirtschaftung unserer Gärten liegt, vor allem, wenn wir dies möglichst chemie- und giftfrei tun.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.
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