01.02.2007

Pressemitteilung Obstbaumschnitt!

Für die Wahl des richtigen Obstbaumschnitts spielen verschiedene Kriterien eine Rolle. Während im Erwerbsgartenbau vor allem der Ertrag wichtig ist, werden im Hobbygarten auch ästhetische Aspekte berücksichtigt. Mancher Gartenbesitzer schwört sogar darauf, seine Bäume nicht zu schneiden, denn diese tragen auch ohne Schnitt reichlich. Dabei nimmt der Schnitt nicht nur auf die Ertragsmenge, sondern auch auf die Lebensdauer von Obstgehölzen Einfluss. Außerdem verringert er die Alternanz, d.h. er mildert den jährlichen Wechsel von übermäßigem und geringem Ertrag. Zudem bekommen die Früchte eine höhere Qualität, sie sind größer und durch die bessere Belichtung erhöhen sich auch die gesunden Inhaltsstoffe.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass durch gezielte Schnittmaßnahmen Krankheiten (z. B. Apfelschorf) und Schädlinge weniger gute Ausgangsbedingungen haben, da die Blätter und Früchte schneller abtrocknen. Schneiden Sie daher Ihre Obstgehölze regelmäßig!

Pflanzschnitt

Pflanzt man in seinem Kleingarten einen Hochstamm, Halbstamm oder Buschbaum, empfiehlt es sich, eine Krone mit drei Leitästen aufzubauen. Man wählt am neu gepflanzten Obstgehölz drei kräftige Triebe aus, die sich gut verteilt am Mitteltrieb befinden und am besten nicht aus einem Punkt entspringen. Besitzen die Triebe einen zu steilen Astabgangswinkel (weniger als 45 Grad), müssen sie heruntergebunden werden. Anschließend werden die Leitäste um mindestens ein Drittel auf ein nach außen liegendes Auge eingekürzt. Die Schnittflächen der drei Triebe sollten danach in gleicher Höhe liegen (Saftwaage). Befinden sich bereits am verbleibenden Teil der Leitäste Kurztriebe, belässt man diese, sofern sie nicht senkrecht nach oben oder unten stehen, oder nach innen wachsen. Diese Triebe, dienen der Fruchtentwicklung und dürfen auf keinen Fall angeschnitten werden. Der Stamm (Mitteltrieb) wird etwa zwei Handbreit über den Schnittflächen der Leittriebe eingekürzt.

Erziehungsschnitt

Nach dem Pflanzschnitt erfolgt in den Jahren darauf der so genannte Erziehungsschnitt. Ziel dieses Schnitts ist der Aufbau einer lichten Baumkrone. Zunächst müssen alle Konkurrenztriebe des Stamms und der Leitäste entfernt werden. Im Weiteren beseitigt man alle nach innen, senkrecht nach oben oder nach unten wachsenden Triebe. Anschließend schneidet man die Leitastverlängerung (d. h. den Neuzuwachs der drei Leitäste) und die Stammverlängerung (d. h. den Neuzuwachs des Stamms) auf eine nach außen stehende Knospe an. Die Länge der Einkürzung hängt von der Wüchsigkeit des Baums ab. Erweist sich der Obstbaum als sehr wüchsig, darf nur gering eingekürzt werden (ungefähr ein Drittel). Ist der jährliche Zuwachs sehr schwach ausgeprägt, sollte man hingegen stärker einkürzen (ungefähr die Hälfte). Wie beim Pflanzschnitt sollten die Schnittflächen der drei Leitastverlängerungen auf einer Ebene sein. Alle anderen Triebe, die im Baum verbleiben, werden nicht angeschnitten, sondern waagrecht gebunden. Diese Äste stellen die Fruchtäste dar. Nach dem dritten Jahr belässt man an jedem Leitast drei Seitenäste, an denen sich ebenso viele Fruchtäste bilden sollen.

Erhaltungsschnitt

Nach dem Erziehungsschnitt folgt der so genannte Erhaltungsschnitt. Wie beim Erziehungsschnitt werden zunächst alle Konkurrenztriebe entfernt. Ferner beseitigt man alle zu dicht stehenden, nach innen, steil nach oben oder unten wachsenden Triebe. Leitast- und Stammverlängerung werden nicht mehr eingekürzt! Wichtig ist weiterhin, dass altes Fruchtholz (stark nach unten hängende Fruchtäste) auf Neutriebe abgeleitet wird.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371/501 582.

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