01.10.2006

Pressemitteilung Herbstzeit ist Kompostzeit - Dürfen kranke Pflanzen auf den Kompost?

Hobbygärtner sind oft unsicher: Wohin mit kranken Pflanzen? Was passiert, wenn pilzbefallene Pflanzen auf dem Kompost landen? Sterben die Krankheitserreger mit den Pflanzen ab oder werden sie mit Hilfe des Komposts im Garten weiterverbreitet?

Die Fragen sind berechtigt. Und sie lassen sich auch beantworten. Als Faustregel gilt: Pflanzen, die an Stängeln und Blättern erkrankt sind, können auf den Kompost. Vorsicht aber ist bei Wurzelkrankheiten geboten.

Kein Problem stellt beispielsweise der Apfelmehltau dar. Er ist ausschließlich auf lebendes Gewebe angewiesen. Auf den abgeschnittenen Triebspitzen stirbt er ab, es werden keine neuen Sporen mehr gebildet. Selbst wenn das Schnittgut unter den Bäumen liegen bleibt, erfolgt dadurch keine Neuinfektion.

Schwieriger ist es bei schorfbefallenen Blättern, da der Apfelschorf darauf überwintert. Verrotten die Blätter jedoch, gehen auch die Überdauerungsorgane des Pilzes zugrunde. Die Blätter können deshalb unbedenklich auf den Kompost.

Gleiches gilt für die Monilia-Spitzendürre und –Fruchtfäule an zahlreichen Obstarten. Nur wenn man die Fruchtmumien und Spitzendürrenzweige am Baum belässt, überdauert der Pilz. Auf dem Kompost ist er dagegen chancenlos, da moniliakrankes Material die Leibspeise der Regenwürmer ist. Auch von kompostierten Blättern, die von der Kräuselkrankheit am Pfirsich oder dem Birnengitterrost befallen waren, geht keine Gefahr mehr aus.

Bei Pilzerkrankungen im Gemüsebereich steht die Braunfäule der Tomaten an erster Stelle. Diese Krankheit beginnt an kranken Kartoffelknollen. Kranken Tomatenpflanzen können deshalb bedenkenlos auf den Kompost. Ebenso Pflanzen mit Rostbefall, z. B. Schnittlauch oder Porree und auch Blätter mit Mehltau oder Blattfleckenkrankheiten.

Bei einer fachgerechten Kompostierung führen die biologischen Ab- und Umbauprozesse zu einem Absterben der Erreger. Hohe Temperaturen von 60 oder 70 Grad sind zwar wünschenswert, aber nicht unbedingt nötig. In kleineren Komposten im Hausgarten werden sie ohnehin nicht erreicht.

Ganz anders stellt sich die Sachlage bei bodenbürtigen Krankheitserregern dar. Diese bilden Dauerkörper aus, die außergewöhnlich widerstandsfähig sind. Sie sind darauf eingerichtet, im Boden viele Jahre zu überdauern. Für sie wäre es ein Leichtes, einen Kompostiervorgang zu überstehen. Vorsicht geboten ist deshalb bei der Schwarzfäule des Salates und bei Sclerotinia, die unter anderem an Möhren, Sellerie und Tomaten vorkommt. Diese Krankheiten bilden weiße, watteartige Pilzgeflechte, in denen oft schon die zentimetergroßen schwarzen Dauerkörper zu finden sind.

Erdbeerpflanzen, die welken und absterben oder gestauchtes Wachstum zeigen, sind meist von Rhizomfäule oder der Roten Wurzelfäule befallen. Erkennbar sind diese Pilzkrankheiten an den braunen, absterbenden Rhizomen oder Wurzeln. Auch diese Erreger sind sehr widerstandsfähig und überstehen eine Kompostierung. In diese Reihe gehören auch die Kohlhernie, die zu Verwachsungen und zum Absterben von Kohlwurzeln führt, ebenso wie die Rettichschwärze.

Mit besonderer Aufmerksamkeit sind die Fuß- und Welkekrankheiten, verursacht von Fusarium und Verticilium zu behandeln. Erkennbar sind sie daran, dass trotz ausreichenden Gießens die Pflanzen „schlappen“. Schneidet man den Stengel durch, stellt man fest, dass die Leitungsbahnen gebräunt sind. Befallen werden die meisten Gemüsearten, besonders häufig Gurke, Tomate und Paprika, aber auch Sommerastern. Solcher Art erkrankte Pflanzen am besten über die graue Tonne entsorgen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371/501 582.

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