01.09.2008

Pressemitteilung Vom richtigen Zeitpunkt

Wie für jedes Obst gilt auch für den Apfel: Der richtige Erntezeitpunkt entscheidet über den Geschmack. Grundsätzlich ist es empfehlenswert wie die Erwerbsobstbauern mehrmals zu pflücken und dabei jeweils nur die am besten ausgefärbten Früchte zu ernten. Die in Sortenlisten aufgeführten Reifezeiten sind nur Richtwerte. Denn je nach Unterlage, Standort, Klimaregion und jährlichem Witterungsverlauf kann der Erntezeitpunkt um zwei bis vier Wochen variieren.

Besonders bei späten Lagersorten besteht ein Unterschied zwischen Pflück- und Genussreife. Frühe Sorten schmecken bereits direkt vom Baum, sehr spät reifende Wintersorten entfalten ihr volles Aroma erst nach einer gewissen Lagerzeit.

Um festzustellen, ob Äpfel bereits erntereif sind, schneiden Sie eine Frucht auf. Bei frühreifenden Sorten können Sie mit der Ernte bereits beginnen, wenn die Kerne erste Ansätze der Braunverfärbung zeigen. Spätreifende Sorten sollten sie erst dann ernten, wenn die Kerne deutlich braun sind. Die Kernfarbe ist aber kein zuverlässiges Merkmal. Im Zweifel empfiehlt sich ein Jod-Stärke-Test mit einer Lugol’schen Lösung aus der Apotheke oder Drogerie, der entsprechend der Bedienungsanleitung einfach und rasch durchführbar ist. Hierbei wird eine Jod-Kaliumjodid-Lösung auf das Fruchtfleisch aufgetragen. Je geringer die Verfärbung ist, desto reifer ist die Frucht.

Ein wichtiger Hinweis ist grundsätzlich die Grundfarbe des Apfels: Beim Farbumschlag von grün nach gelb können erste „ Bissproben“ erfolgen.

Frühsorten haben eine sehr kurze Entwicklungszeit von der Blüte bis zur Reife: „Jakob Fischer“, „Klarapfel“ oder „Astramel“ reifen je nach Klimaregion und Jahreswitterung schon ab Mitte Juni. „James Grieve“, „Gravensteiner“ und „Goldparmäne“ folgen kurz darauf. Allen gemeinsam ist die kurze Haltbarkeit. Der „Klarapfel“ wird schon am Baum mehlig, wenn er nicht rechtzeitig gepflückt wird. Bei Zimmertemperatur müssen Frühsorten in wenigen Tagen verzehrt werden. Aber auch gut gekühlt halten sie nicht wesentlich länger.

„Retina und Gerlinde“ sind die ersten Marktsorten, die mit gut acht Wochen Lagerfähigkeit recht haltbar sind und mit einer Reifezeit von Mitte bis Ende August auch noch zu den Frühäpfeln zählen.

Winter- oder Lageräpfel, wie z. B. „Boskop“, „Brettacher“ oder die neueren Sorten „Topaz“ und „Rewena“, dürfen genau wie Frühsorten nicht zu lange am Baum hängen – bei Überreife ist ihre Haltbarkeit stark herabgesetzt. Sie werden im Lager rasch weich und mehlig. Zeigen sich in den Früchten trockene, braune Punkte unter der Schale (Stippigkeit), glasige Stellen in der Fruchtmitte oder Fleischbräune, liegt das eher an Unter- oder Überbehang, Fehlernährung oder Witterungsfolgen. Zudem gibt es hier deutliche Sortenanfälligkeiten. Allerdings kann ein zu früher oder zu später Erntetermin solche Störungen verstärken.

Bei der Ernte sollte auch auf Feuerbrand befallene Triebe geachtet werden. Diese Bakterienkrankheit hat sich heuer wieder verstärkt gezeigt. Zu erkennen ist sie an den welken Triebspitzen, an welcher die Blätter wie verbrannt hängen bleiben. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sind die befallenen Pflanzenteile bis ins gesunde Holz auszuschneiden und über die Restmülltonne zu entsorgen oder zu verbrennen.

Weitere Infos erhalten Sie beim Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Miltenberg, Herrn Roman Kempf, unter Telefon 09371 501-582.

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