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Pressemeldung vom 09.11.2009 |
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Ausstellung „Demenz und Kunst“
Am Montag, 23. November, wird um 19 Uhr im Landratsamt in Miltenberg die Ausstellung „Demenz und Kunst“ eröffnet. Gezeigt werden Bilder des Malers und Werbegrafikers Carolus Horn sowie Bilder aus dem Projekt „Faszination Rohe´sche LebensART“ von demenzerkrankten Bewohnern der Rohe´schen Stiftung Kleinwallstadt.
Umrahmt wird die Eröffnung mit einem Vortrag von Markus Fischer mit dem Titel „Wie aus Wolken Spiegeleier werden“, sowie einer Lesung mit Stefan Müller-Rupert zum Thema Demenz. Mit der Ausstellung will Konrad Schmitt von der Beratungsstelle Demenz Untermain (Miltenberg) der Öffentlichkeit eine andere Seite der Demenz zeigen. Denn Menschen mit Demenz sind durchaus in der Lage, sich trotz Krankheit auszudrücken und ihre Sichtweisen zu zeigen – beispielsweise durch das Malen.
Carolus Horn zählte zu den bedeutendsten deutschen Werbegrafikern und -textern. Für die Bundesbahn schuf er den bekannten Slogan „Alle reden vom Wetter – wir nicht“ und für Opel den Werbespruch „Nur Fliegen ist schöner“. 1984 erkrankte er an Alzheimer, 1992 verstarb er in einem Pflegeheim. Bis kurz vor seinem Tod malte und zeichnete er. Im Foyer des Landratsamtes sind nun Arbeiten Horns zu sehen, die dokumentieren, wie sich seine Kunst im Laufe der Alzheimer-Erkrankung veränderte.
Zu sehen sind beispielsweise mehrere Bilder der Rialto-Brücke in Venedig, die Horn vor und während seiner Krankheit gezeichnet hatte. Die frühen Arbeiten zeichnen sich durch feine Details und eine realistische perspektivische Darstellung aus. Im Verlauf seiner Erkrankung gestaltete Horn die Bilder immer weniger perspektivisch, dafür wurden sie farbenfroher und plakativer. Zum Schluss erinnerten sie fast an naive Malerei. Die Gesichter der in den späten Bildern zu sehenden Menschen unterscheiden sich kaum mehr voneinander – Alzheimer-Kranke können in der Spätphase der Erkrankung keine Gesichter mehr erkennen.
Die Wanderausstellung wurde von Horns Witwe mit initiiert. Sie pflegte ihren Mann jahrelang und möchte mit der eindrucksvollen Ausstellung über die Krankheit Alzheimer aufklären und sie ins öffentliche Bewusstsein rücken. Dass an Demenz erkrankte Menschen durch Malen viel Freude und ein gestärktes Selbstwertgefühl erhalten können, zeigt das seit über zwei Jahren bestehende Malprojekt „Faszination Rohe´sche LebensART“ in der Rohe´schen Stiftung in Kleinwallstadt. Die dort entstandenen Werke sind vielleicht weniger Kunst im fachlichen Sinne. Dafür aber sind sie ehrlich, bestechend schön und mit Lebensfreude gemalt von Menschen, denen nicht mehr viele positive Erlebnisse im Leben zuteilwerden.
Die Ausstellung ist vom 23. bis 27. November zu sehen:
am Montag und Dienstag von 8 bis 16 Uhr,
am Mittwoch von 8 bis 12 Uhr, am Donnerstag von 8 bis 18 Uhr
sowie am Freitag von 8 bis 13 Uhr.
Vom 1. bis 4. Dezember ist die Ausstellung im Sitzungssaal des Rathauses in Amorbach zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen; eröffnet wird sie am Dienstag, 1. Dezember, um 18 Uhr.
Weitere Informationen zur Ausstellung erteilt Konrad Schmitt von der Beratungsstelle Demenz, Telefon 09371 / 669.
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