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Pressemeldung vom 29.10.2009
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Ein Boss macht sich unbeliebt

Prävention: Potz-Blitz-Theater gastiert mit „Ich bin der Boss!“ in der Grundschule Miltenberg

Rund 300 Kinder haben sich am Dienstag die beiden Aufführungen des Stücks „Ich bin der Boss“, gespielt vom Potz-Blitz-Theater, in der Miltenberger Grundschule angeschaut. Thomas Steger von der Koordinationsstelle Suchtprävention im Landratsamt hatte die Aufführungen zur Sucht- und Gewaltprävention zusammen mit der Grundschule organisiert. Eine kleine Eigenbeteiligung der Schüler sowie ein Zuschuss von Landkreis und Elternbeirat stellten die Finanzierung sicher. Schulleiter Walter Beddrich hatte sich für das Stück entschieden, weil Streitereien und Konflikte zum Schulalltag gehören. Je früher die Kinder lernen, damit umzugehen, desto größer die Chance, dass die Probleme überschaubar bleiben, meint Beddrich.

Im Stück geht es um den Jugendlichen August, der sich als Boss einer Bande aufspielt. Anfangs finden sie es noch recht lustig, als er beispielsweise einen Freund herumkommandiert und ihm Geld wegnimmt. Die Stimmung kippt, als er ein Mädchen zu einer gefährlichen Mutprobe zwingen will. Immer mehr Kindern geht der selbsternannte Boss mit seinen Kapriolen zunehmend auf die Nerven, lautstark äußern sie ihren Unmut. Genau das wollen Walter Brunner und Birke Lindner vom Potz-Blitz-Theater mit ihrem Präventionsstück erreichen. Sie beziehen die Kinder immer wieder in die Handlung ein und ermuntern sie, ihre Meinung zu äußern.

Große Requisiten braucht es nicht, um die Botschaft zu vermitteln: Eine Blechtonne, ein paar Stoffbahnen und ein Stück Plastikfolie verwandeln die Turnhalle der Grundschule in einen geheimnisvollen Ort. Gespielt wird mit lebensgroßen Puppen auf Augenhöhe. Je weiter der wilde August geht, desto mehr wendet sich die Stimmung seiner Freunde gegen ihn. Aber auch die Kinder im Publikum sehen Augusts Spielchen zunehmend kritischer. Als August am Ende eine neue Bande gründen und unter den Kindern im Publikum neue Mitglieder anwerben will, winken diese fast alle lautstark ab. Viele sagen ihm offen, dass sie keine Lust haben, sich von ihm herumkommandieren zu lassen. Ein paar Kinder haben aber nichts dagegen, wie August Action zu haben und sich vor dem Fernseher zu lümmeln. Am Ende sieht August ein, dass es mehr Spaß macht, gemeinsam zu spielen und dass es wichtig ist, dass jeder zum Zug kommt.

„Uns ist es wichtig, die Kinder emotional zu erreichen und sie zu ermuntern, spontan ihre Meinung zu äußern“, kommentiert Darsteller Walter Brunner die aktive und lautstarke Beteiligung des jungen Publikums. Es sei nicht das Wichtigste, mit welcher Figur sich die Kinder identifizieren oder von welcher sie sich abgrenzen. Wichtiger sei, dass sie zu ihrer Meinung stehen und sie begründen.
Dass Theater nicht nur „still sitzen und zuhören“ heißen muss, war eine beeindruckende Erfahrung – nicht nur für die Kinder. „Prävention muss auch Spaß machen, sonst erreicht man die Kids nicht wirklich“, bekräftigt Thomas Steger, der darauf hofft, dass diese Form der Prävention bei den Schülern auf fruchtbaren Boden fällt. Die reibungslose Kooperation mit der Grundschule Miltenberg war für ihn ein Beispiel für ein gelungenes Präventionsprojekt.

Potz-Blitz-Theater gastiert mit „Ich bin der Boss!“ in der Grundschule Miltenberg

Weitere Infos zu Theaterstücken im Bereich der Prävention gibt es im Internet unter www.suchtpraevention.kreis-mil.de

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