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Pressemeldung vom 19.11.2009 |
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Zur Nachahmung empfohlen:
Landratsamt Miltenberg veranstaltet erstmals einen Kindermitbringtag
Seit der Buß- und Bettag ein regulärer Arbeitstag ist, die Schulen aber geschlossen sind, haben viele Eltern ein Problem. Sie müssen Urlaub nehmen oder ihre Kinder anderweitig betreuen lassen. Aus diesem Grund hat sich die Landkreisverwaltung etwas einfallen lassen: Sie organisierte am Mittwoch ihren ersten Kindermitbringtag. Zum einen entlastete dies die Eltern, zum anderen konnten die Kinder so den Arbeitsplatz ihrer Eltern kennenlernen.
39 Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren verbrachten den Mittwochmorgen im Miltenberger Landratsamt, wo sie nicht nur Frühstück und Mittagessen bekamen, sondern auch mit Spiel, Spaß und Informationen über die Arbeit der Behörde versorgt wurden. Landrat Roland Schwing begrüßte die Kinder am Morgen im großen Sitzungssaal der Behörde, ehe Dietmar Fieger in einer kurzweiligen, halbstündigen Präsentation die Landkreisverwaltung kindgerecht darstellte.
Nach dem gemeinsamen Frühstück wurden die Kinder in insgesamt fünf Gruppen quer durch das Behördengebäude geschickt, wo sie eine Hausrallye absolvierten. Dabei holte sich Landrat Roland Schwing in seinem Zimmer Anregungen der Kinder, was sie tun würden, wenn sie auf Schwings Stuhl säßen. Einer hätte gern ein Fußballstadion, mehrere Kinder wollten ein neues Schwimmbad und neue Spielplätze, aber auch der Wunsch nach neuen, modernen Schulen wurde an den Landrat herangetragen. „In unsere Schulen stecken wir das meiste Geld hinein“, erklärte Schwing den Schülern und schmunzelte, als ein Mädchen gerne ein Römermuseum in Obernburg hätte. Renate Stein und Cornelia Hollerbach sorgten dafür, dass alles in geordneten Bahnen verlief.
Viel Spaß hatten die Kinder auch in der Führerscheinstelle, wo die Kleinen mit Nummernschildern Häuser bauten und die Großen ein Buchstabenrätsel lösen mussten. Weiter ging es mit einer Führung durch das Gesundheitsamt. Blutdruckmessung und Sehtest standen unter Mithilfe von Gerdi Kurica, Dagmar Kempf und Irene Reis-Özkaya auf dem Programm. Viel Freude bereitete den Kindern das Basteln von Papierfliegern zusammen mit Thomas Mai in der Hausdruckerei im Untergeschoss – und besonders das Fliegenlassen der weißen Flitzer im Anschluss daran im Gang.
In einem Gang im Gebäude der Arge mussten die 39 Kinder unter Aufsicht von Edith Zang und Sandra Oettinger beweisen, dass sie Seilringe zielsicher werfen können. Eine praktische Übung für den Alltag absolvierten sie im kleinen Sitzungssaal, wo ihnen Gustl Fischer die Mülltrennung erklärte. Die Aufgabe der Kinder war es, verschiedene Abfälle in die richtigen Tonnen zu werfen. Im Lagezentrum des Landkreises durften die Kinder unter Leitung von Bernd Hofmann und Daniel Jaxtheimer Feuerwehruniformen anziehen und ein Ballspiel spielen. Für das Absolvieren jeder Station gab es einen Stempel in den Teilnahmebogen. Nach dem Mittagessen durfte jedes Kind seinen Vater oder seine Mutter am Arbeitsplatz besuchen und hautnah erleben, was die Eltern beruflich tun.
Um den Kindermitbringtag zu organisieren, waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Es musste festgestellt werden, wie viele Eltern ihre Kinder am Buß- und Bettag betreut haben wollen, organisatorische und pädagogische Gesichtspunkte mussten beachtet werden – auch im Hinblick auf das Altersspektrum der Kinder –, geeignete Betreuer mussten ausgewählt werden, aber auch rechtliche Aspekte wie Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung und Aufsichtspflicht waren zu beachten. Auch die Kosten mussten im Vorfeld aufgeschlüsselt werden.
Für Susanne Seidel, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, die zusammen mit Claudia Joos, Fachkraft für Familienangelegenheiten, und mit Unterstützung der Landratsamtsmitarbeiter, Auszubildenden und Praktikanten den Tag organisiert hatte, war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Sie habe nur positive Rückmeldungen von den Eltern, Betreuern und Mitarbeitern des Landratsamts bekommen, freute sie sich. Auch die Kinder hätten gut mitgemacht, bilanzierte sie am Nachmittag. Für sie steht fest, dass der Tag im nächsten Jahr wiederholt wird. Gleichzeitig hofft sie darauf, dass auch andere Unternehmen diese Idee aufgreifen.

Welcher Papierflieger segelt wohl am Weitesten? Unter Anleitung von Thomas Mai (Mitte) bastelten die Kinder Flieger.
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