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Pressemeldung vom 17.11.2009
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50 neue deutsche Bürger im Landkreis Miltenberg

Über eine Rekordzahl von 50 Neubürgern hat sich Landrat Roland Schwing bei der jüngsten Einbürgerungsfeier am Donnerstagabend im Landratsamt Miltenberg gefreut. Der Landrat beglückwünschte im vollen Sitzungssaal Alle zur Entscheidung, Deutscher zu werden.

Die Einbürgerung sei "ein Bekenntnis zu unserem Land, zu unseren Menschen, zu unserem Staat", sagte Schwing. Die Aushändigung der Einbürgerungsurkunde habe einen besonderen Rahmen verdient, meinte er nach der musikalischen Einstimmung durch das Prelude aus Marc-Antoine Charpentiers "Te Deum", gespielt vom Bläserquartett der Fränkischen Rebläuse aus Bürgstadt.

Die Einbürgerungsbewerber hätten einen langen, nicht immer leichten Weg zurückgelegt, sagte der Landrat; sie hätten die Sprache gelernt, das Rechtssystem verinnerlicht und sich mit den eigenen Fähigkeiten in Beruf und Schule bewiesen. „Dass Sie sich am Ende frei und aus eigener Initiative für den Lebensmittelpunkt im Landkreis Miltenberg entschieden haben, macht uns alle stolz“, so Schwing. Man verkenne nicht, dass bei aller Freude auch etwas Wehmut in den Herzen der neuen deutschen Bürger mitschwingt, sagte Roland Schwing, denn mit dem Willkommen in Deutschland sei in der Regel der Abschied aus der bisherigen Staatsangehörigkeit verbunden.

50 Personen hätten sich dafür entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen: 20 aus der Türkei, sieben aus dem Kosovo, vier aus Polen, je drei aus dem Iran und Rumänien, zwei aus Österreich und je eine Person aus Frankreich, Kolumbien, Liberia, Russland, Slowakei, Südafrika, Tunesien, Ungarn, den Philippinen, der Tschechischen Republik und der Ukraine. Gleich mehrere Neudeutsche haben den Einbürgerungstest mit der Höchstpunktzahl bestanden: Marina Sergeevna Miltenberger (Russische Föderation), Petrina Kempf (Rumänien), Leadina Laurete Nunezca-Ehser (Philippinen), Dariusz Lisiewicz (Polen), Mahmaz Gharibian Andaghi (Iran), Niculina Fries (Rumänien), Yann Marcelle Fischeder (Frankreich) und Paul Kriegler (Südafrika).

Der Landrat machte klar, dass niemand von den neuen deutschen Bürgern erwartet, dass sie ihre kulturellen Wurzeln aufgeben. „Leben Sie Ihre Traditionen in unserer Gesellschaft“, forderte Schwing sie auf, „machen Sie uns neugierig und bereichern Sie damit unsere gemeinsame Lebensart.“ Der Landrat forderte alle auf, auf die neuen Mitbürger zuzugehen und die Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch zu nutzen. So werde die Gesellschaft ein Ort fortwährenden, kreativen Um- und Ausbaus. „Sie übernehmen nun Verantwortung für das Gedeihen der Demokratie in unserem Land“, gab der Landrat den Neubürgern mit auf ihren Lebensweg und wies darauf hin, dass die Deutschen dem Frieden in der Welt dienen wollen; Intoleranz und jede Form des Antisemitismus hätten keinen Platz in dieser Gesellschaft. Schwing forderte die Eingebürgerten auf, sich in die Gestaltung der deutschen Gesellschaft mit einzubringen – sei es in Vereinen, Elternbeiräten, Kindergärten und weiteren Verbänden und Organisationen. Er schloss mit einem Zitat des amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln: „Demokratie heißt: die Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk.“  Anschließend sprachen die Neubürger ihr Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik, ehe sie ihre Einbürgerungsurkunden ausgehändigt bekamen.

Für die Eingebürgerten blickte Yann Marcelle Fischeder auf ihre Schulzeit zurück, in der sie mit 14 Jahren Deutsch als zweite Fremdsprache gelernt habe – auf Druck ihrer Eltern. 13 Jahre später habe sie ihren zukünftigen Mann kennengelernt, einen Deutschen. Schon ihre Großmutter, erinnerte sich Fischeder, habe prophezeit, dass Deutsche und Franzosen irgendwann einmal Freunde sein würden. „Sie hätte sich sehr gefreut, wenn sie diese Feier erlebt hätte“, sagte Fischeder. „Ich  fühle mich hier zuhause“, lautete ihr Fazit.

Für die Bürgermeister der Landkreiskommunen sprach Günther Oettinger davon, dass die Einbürgerung ein Zeichen sei, dass die neuen deutschen Bürger ihre neue Heimat schätzen – auch wenn es vielleicht schmerzhaft gewesen sei, die alte Staatsbürgerschaft aufzugeben. Auch Oettinger forderte die 50 Neubürger auf, ihre Wurzeln nie zu vergessen: „Einbürgerung heißt nicht, dass man alles, was man bisher geliebt hat, aufgeben muss.“ Mit der Einbürgerung seien Rechte und Pflichten verbunden, gab er ihnen mit auf den Weg. Er und seine Bürgermeisterkollegen stünden bereit, wenn Rat und Hilfe benötigt würden, versprach er.

Für Landrat Roland Schwing, der das Schlusswort sprach, waren die Worte von Yann Marcelle Fischeder, wonach sie sich hier zuhause fühlt, „das größte Kompliment, das man aussprechen kann.“ Genau das, so Schwing, „wünsche ich Ihnen allen.“

50 Personen haben sich dafür entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

 

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