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Pressemeldung vom 01.03..2010 |
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Arsen im Schottermaterial der Entwässerungsdrainagen auf Kreismülldeponie Guggenberg festgestellt - Sickerwasser wird in Kläranlage transportiert
Von Montag, 1. März, an werden täglich rund 100 Kubikmeter des auf der Kreismülldeponie in Guggenberg anfallenden Rohsickerwassers in die Kläranlage Main-Mud nach Kleinheubach transportiert. Grund hierfür sind erhöhte Arsenwerte im Sickerwasser, die bei den regelmäßigen Messungen festgestellt wurden. Zusätzlich wird zurzeit in Absprache mit den zuständigen Aufsichts- und Fachbehörden versucht, das Arsen mittels chemischer Reaktionen auszufällen.
Die Fremdüberwachung durch das mit der Grund- und Sickerwasserüberwachung der Deponie beauftragte Institut ergab bei einer im vergangenen Jahr gezogenen Sickerwasserablaufprobe einen erhöhten Arsenwert. Dieser lag über dem zulässigen Grenzwert von 0,1 Milligramm pro Liter. Diese Analyse ging am 28. Dezember 2009, bestätigt am 15. Januar 2010, beim Landratsamt Miltenberg ein. Sofort wurde in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg die erneute Untersuchung der eingefrorenen Rückstellprobe vom Oktober 2009 sowie einer aktuellen Sickerwasserprobe in die Wege geleitet. Diese Laborwerte gingen am 1. Februar 2010 beim Landkreis ein und bestätigten die stark erhöhten Werte.
Das mit Arsen belastete Sickerwasser aus der Deponie für Abfälle der Deponieklasse II (DK-II-Deponie) wird seit diesem Zeitpunkt in den Pufferbecken der Deponie aufgefangen. Eine Ableitung zur Erf erfolgte bisher nicht.
Schottermaterial als Ursache
Proben in den letzten Wochen ergaben, dass die Arsenbelastung auf das Primär-Schottermaterial aus einem Steinbruch aus dem Spessart zurückzuführen ist, welches dort natürlich vorkommt. Beim Bau des neuen Deponieabschnittes der DK-II-Deponie, der Zwischenabdeckung des Nordhanges der Deponie und beim Bau der DK-0-Deponie hatte die vom Landkreis beauftragte Baufirma 18000 Tonnen Hartschottermaterial aus diesem Steinbruch eingesetzt. Diese neuen Deponieabschnitte wurden im Herbst offiziell in Betrieb genommen.
Zurzeit werden in Abstimmung mit den zuständigen Aufsichts- und Fachbehörden Versuche in der Deponiesickerwasserreinigungsanlage zur Ausfällung des Arsens gefahren. Bei positiven Ergebnissen und mit einer Umrüstung der Deponiesickerwasserreinigungsanlage hofft die Landkreisverwaltung, schon bald wieder das mit den genehmigten Einleitungsgrenzwerten gereinigte Sickerwasser an die Erf weiterleiten zu dürfen. Aufgrund des Anstaus der Pufferteiche und der Schneeschmelze müssen Teilmengen des Sickerwassers in eine Kläranlage abgefahren werden, um ein Überlaufen der Pufferbecken zu verhindern. Pro Tag werden voraussichtlich fünf Fahrten anfallen.
Die Schadstoffe werden über Regenwasser und Sickerwasser aus den Entwässerungsschichten ausgetragen. Die Ursache, so der derzeitige Stand der Erkenntnisse, ist auf den Feinanteil im Schottermaterial zurückzuführen. Der eigentliche Schotter selbst verursacht keine Emissionen. Der Feinanteil entsteht durch das Brechen des Schotters auf die erforderliche Körnung, durch den Transport und durch den Materialeinbau.
Das Oberflächenwasser einschließlich des Oberflächenwassers aus der noch nicht mit Abfällen belegten DK-0-Deponie wird genehmigungsgemäß zum Wildbach und dann weiter Richtung Erf abgeleitet. Eine Pufferung und Behandlung dieser Wassermengen ist technisch nicht möglich. Jedoch hat der Landkreis das vorhandene Regenüberlaufbauwerk sofort provisorisch umgerüstet, um dort eine weitmöglichste Absetzung der Feinanteile aus diesem Oberflächenwasserstrom zu erreichen. Die Ablaufwerte für Arsen dieses Oberflächenwassers liegen derzeit im Bereich von 0,3 Milligramm pro Liter, was auch für das Oberflächenwasser des Herkunftssteinbruches behördlich festgelegt wurde. Mit regelmäßigen Proben sollen eventuelle Veränderungen festgestellt werden.
Der Landkreis Miltenberg weist ausdrücklich daraufhin, dass es sich beim Schotter um natürliches Gestein aus dem Spessart handelt. Es liegt keine Verschmutzung durch Abfälle oder Recyclingbaustoffe vor. Das Material wurde von der Baufirma offensichtlich ohne Wissen über die Bestandteile guten Gewissens eingebaut. Auch dem Landkreis und dem bauleitenden Ingenieurbüro war die Problematik dieses Steinbruches nicht bekannt. Das Material aus diesem Steinbruch wurde und wird in der näheren und weiteren Umgebung als besonders hochwertiger Hartsteinschotter vertrieben und für Baumaßnahmen aller Art verwendet.
Der Landkreis Miltenberg hat in Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken, dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg, der Unteren Wasserbehörde, der Unteren Staatlichen Abfallbehörde und dem Gesundheitsamt bereits alles Menschenmögliche in die Wege geleitet und wird auch künftig alle möglichen Maßnahmen ergreifen, die zum Schutze der Bevölkerung und der Umwelt beitragen.
Nicht ausgeschlossen ist, dass im Schotter auch eine geringe Menge an natürlichem Uran festgestellt werden könnte. Dies wird derzeit noch ermittelt. Nach einem vorliegenden Bericht des Bayerischen Landesamtes für Umwelt über den betroffenen Steinbruch können allerdings Gefahren für Bevölkerung und Umwelt ausgeschlossen werden.
Rein vorsorglich rät das Landratsamt der Bevölkerung, bis auf Weiteres kein Wasser aus dem Wildbach zu schöpfen, um es etwa zur Bewässerung von Nutzflächen zu verwenden.
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